Nach drei Jahrzehnten Wechsel beim Weltladentreff

Mit diesem Team geht der Lüdenscheider Weltladentreff in die Zukunft. Als gleichberechtigte Vorsitzende agieren dabei Wolfgang Letzbor (hinten, mit blauem Pullover) und Vilma Hellbusch (vorne, mit Jeansjacke). -  Foto: Schmidt

Lüdenscheid - Sie geht nicht von Bord, wechselt aber in die zweite Reihe: Rund drei Jahrzehnte stand Erika Bergfeld an der Spitze des Lüdenscheider Weltladentreffs. 20 Jahre davon als Vorsitzende. Zuletzt war sie 2. Vorsitzende. Nun aber, mit inzwischen 75 Jahren, will Bergfeld „Verantwortung abgeben“. So tat sie es auf der jüngsten Weltladentreff-Versammlung kund.

Der Rückzug von Bergfeld war das markanteste Ereignis bei dem Treffen im Alten Rathaus. Dabei brandete noch einmal starker Applaus für das langjährige soziale Engagement der bekannten Lüdenscheiderin auf. Die bleibt der Weltladen-Arbeit indes auch fortan erhalten – als Vorstandsbeisitzerin.

Mit Wolfgang Letzbor und Vilma Hellbusch steht künftig ein gleichberechtigtes Vorsitzenden-Duo an der Spitze des Weltladentreffs. Beide sind seit langem tief in der Vereinsarbeit verwurzelt und erhielten bei der Wahl das einmütige Vertrauen ihrer Mitstreiter.

Als Geschäftsführerin und Waren-Einkäuferin fungiert weiterhin Ulla Biesenbach. Allerdings nur noch wenige Monate lang. Denn im Herbst wird sie Lüdenscheid aus privaten Gründen verlassen. Ihre Nachfolge ist noch ungeklärt.

Kassen- und Buchführerin des Vereins bleibt Gisela Dzewas, während Jochen Woschée weiter als Schriftführer wirkt. Den Bereich Öffentlichkeitsarbeit übernimmt unterdessen Matthias Wagner. Und Josef Lorkowski, Heike Wilms sowie Angelika Braß bilden zusammen mit Erika Bergfeld in Zukunft das Beisitzer-Quartett.

Bei ihrem Abschied von der Vereinsspitze erinnerte Bergfeld noch einmal an Entwicklung und Anliegen der Weltladen-Bewegung. Ihre Worte dabei: „Es geht um mehr Gerechtigkeit in der Welt.“ Und trotz eines gewissen Bewusstseinswandel in der Bevölkerung, kleinteiliger Erfolge und der inzwischen mehr als 800 Weltläden in Deutschland gibt es laut Bergfeld für die Zukunft mehr als genug zu tun. Ein Beispiel dafür: Zwar existiert mittlerweile das auch von Bundesentwicklungsminister Gerd Müller angeschobene „Textilbündnis“, das Sozial- und Umweltstandards in den Produktionsstätten in Asien, Afrika und Südamerika sichern soll. Doch Kritikern gelten die Richtlinien als viel zu schwammig und weichgespült.

Wie auch immer, auch vor Ort ringen die Weltladen-Akteure mitunter mit Problemen. Konkret geht dabei um Nachwuchsmangel im Verein. Eine Lösung ist hier indes nicht in Sicht.

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