Noch wenig Wahlkampf im Internet

Kein Hingucker: Die Homepage der Lüdenscheider Liste ist wenig aktuell – wie auch die meisten Internet-Seiten der Parteien im Rat.

LÜDENSCHEID - Noch knapp vier Monate sind es bis zur Kommunalwahl am 25. Mai, noch ist der Wahlkampf nicht recht in Gang gekommen, doch der Auftritt der Parteien im Internet dürfte an Wichtigkeit gewinnen.

Was der informationshungrige Wähler im Internet-Auftritt bislang findet, haben sich die LN im Vorfeld angeschaut. Das Ergebnis im Überblick:

Bei der CDU sieht man auf der Seite des Ortsvereins, www.team-luedenscheid.de unter dem Link „Aktuelles“: Nichts! Erst an der Seite der Seite wird man fündig. Unter News findet sich allerdings der Rundbrief von Dr. Matthias Heider, Bundestagsabgeordneter aus Lüdenscheid, mit seinem Aufruf zur bevorstehenden Bundestagswahl, datiert vom 14. September 2013. Die Weihnachtsgrüße der Ortsunion wären aktueller gewesen, sind allerdings aus dem Netz genommen.

Aktueller allerdings kommen die Lüdenscheider Liberalen daher. Der Internet-Auftritt speist sich wesentlich aus Berichten der heimischen Presse. Thematisiert wird die Entscheidung gegen den zweiten Radarwagen, die Tunnelproblematik und die personellen Wechsel, die in diesem Jahr im Verwaltungsvorstand anstehen. Weniger lokalen Bezug hat allerdings die Meldung, dass der Mindestlohn den Bestand von Tierheimen in Sachsen gefährdet.

Unter spdluedenscheid.de setzten die Sozialdemokraten auf die Macht des Bildes. Begrüßt wird der Leser mit einer aktuellen Bilderstrecke vom Neujahrsempfang im Bürgerhaus Lenneteich. Gleich fünf Mal ist dem Berichterstatter Bürgermeister Dieter Dzewas in Bild gelaufen, auf nur zwei Fotos kommt der Landtagsabgeordnete Gordan Dudas. Hinter dem Link „Lokalpolitik“ verbirgt sich dann vollinhaltlich an dritter Stelle die Haushaltsrede des Fraktionschefs Ingo Diller, gehalten im Februar vergangenen Jahres.

Wer die Grünen-Fraktion kennen lernen will, ist auf der Seite des Ortsverbandes www.gruene-luedenscheid gut aufgehoben. Vorgestellt werden die Mitglieder der Fraktion und der Vorstand des Ortsverbandes. Ansonsten werden Besucher eingeladen, die Fraktionssitzungen donnerstags in der Altstadt zu besuchen. Und selbstverständlich kann man spenden und in die Partei eintreten – wie bei allen anderen Parteien aber auch.

Bei der Linken kommt die Seite recht aufgeräumt, aber auch nicht wirklich informativ daher. Die Spitzenmeldung lädt ein zu einem Treffen Anfang Januar, und wenn man sich zur Arbeit der Ratsfraktion durchklickt, landet man bei der entschlossenen Ablehnung des Haushaltssicherungskonzepts – aus dem Jahr 2012.

Im nächsten Rat wohl nicht mehr vertreten ist die Lüdenscheider Liste, die sich von der Pflege ihres Netz-Auftritts aber schon früher verabschiedet hat. Die Homepage enthält das Protokoll der Mitgliederversammlung vom Dezember 2011.

Am sparsamsten kommt die NPD-Vertretung im Lüdenscheider Rat daher. Eine Postfachadresse und eine Handynummer finden sich auf der Seite, außerdem die Möglichkeit, „EPost“ zu schreiben, was die anderen Ratsparteien fremdländisch als E-Mail titulieren. Weiterer Unterschied zu den anderen Parteien: Die NPD bittet um Unterstützung insofern, dass man ihr Werbematerial vom Präservativ bis zum Flugblatt kaufen kann. - flo

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare