Wasserschaden: Kita Lisztstraße muss umziehen

Während im Kindergarten Lisztstraße noch die Trockner brummen, wurde im Gemeindehaus der Johanneskirche Ersatz geschaffen. Dort geht die Kita Montag wieder in Betrieb.

LÜDENSCHEID ▪ Der evangelische Kindergarten Lisztstraße wird ab Montag zur Kita am Lärchenweg. Unfreiwillig. Denn die kleine Beule in der Wand, die Leiterin Claudia Kaufung kurz vor den Ferien entdeckte, entpuppte sich als Anzeichen eines großen Wasserschadens. Jetzt blasen Trockner Heißluft in den aufgeschnittenen Rigips fast aller Räume, die erst vor einem Jahr zur Einweihung renoviert worden waren.

Wer den Kindergarten heute betritt, stolpert im Eingang über die aufgestemmte Stelle im Boden, wo ein Leck im Kupferrohr das Wasser unbemerkt unter den Estrich laufen und die Wände hochsteigen ließ. „Wahrscheinlich über längere Zeit“, vermutet Volker Schöbel, Geschäftsführer des Kreiskirchenamtes. Wie Claudia Kaufung lobte Schöbel aber die große Hilfsbereitschaft für die urplötzlich heimatlose Kita: „Wie unkompliziert und zupackend die Johanneskirchengemeinde um Pfarrerin Ramona Winkler-Rudzio und Küsterin Britta Weigand reagierte, ist schon bemerkenswert.“ Auch die Zentrale Gebäudewirtschaft (ZGW) der Stadt, der das Haus gehört, sei sofort zur Stelle gewesen und habe die Gemeinde unterstützt – bis hin zum Besorgen des Möbelwagens für den am Dienstag erfolgten Umzug.

Unter tätiger Mithilfe von Gemeindegliedern hatten zuvor Ramona Winkler-Rudzio, Britta Weigand und Claudia Kaufung mit ihrem Kita-Team Karin Winkhaus und Lisa Goj die Jugendräume im Gemeindehaus am Lärchenweg für die Kita in den ersten Ferienwochen hergerichtet. Sie schafften es, den Behelfskindergarten mit Mobiliar der Lisztstraße so einzurichten, „dass es fast eine Kopie ist“.

Kaufung hofft, dass sich die 14 Kinder zwischen drei und sechs Jahren und die sechs Zweijährigen ab Montag rasch wohlfühlen. Drei Kinder, die in der Ferienzeit Betreuung brauchten, bilden derzeit eine Notgruppe im Wichern-Kindergarten. Im Gemeindehaus müssen indes Ausweichquartiere für Konfirmanden, Jungschar oder Posaunenchor gefunden werden. Doch Winkler-Rudzio ist sicher: „Das kriegen wir auch noch hin.“

Unklar ist noch, wie lange die Kinder aus der Lisztstraße am Lärchenweg bleiben. ZGW-Leiter Frank Kuschmirtz erklärte dazu, man wolle aus der Not eine Tugend machen und den an der Lisztstraße ohnehin anstehenden Ausbau der angrenzenden Wohnung für eine zweite U-3-Gruppe vorziehen. Statik und Genehmigungen vorausgesetzt, könne das bis zum Jahresende geschafft sein. Zerschlägt sich der Plan noch, kehren die Kinder schon in wenigen Wochen zurück.

Am Lärchenweg wird der Kindergarten vorläufig unter der Gemeinde-Rufnummer 6 08 55 erreichbar sein. Dort steht in einem Jugendraum, der jetzt zur Kita zählt, ein heute denkbar sinniges Matthäus-Wort an der Wand: „Ich bin ein Fremder gewesen, ihr habt mich aufgenommen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare