„Warten auf das Stadtfest“ mit bunter Mixtur

Peter Zimmer brillierte am Abend mit Lyrik der Kiersperin Ulrike Erlhöfer.

LÜDENSCHEID - Man hätte noch Stunden so weitermachen und sich die Zeit bis zum Startschuss für das Stadtfest vertreiben können: Mit einem ausgesprochen bunten Mix aus Kabarett, Tanz, Musik, Poesie und Literatur wartete die vierte Auflage von „Warten auf das Stadtfest“ am Abend in der bestens besetzten Garderobehalle des Kulturhauses auf.

„So viele Leute hatten wir hier noch nie“, freute sich Moderator Karl-Heinz Blasweiler beim Blick in die Menge und eröffnete die Veranstaltung mit dem ehrwürdigen „Von drauß, vom Sternplatz komm ich her“, das Theodor Strom seinerzeit so ähnlich dichtete. Nummerngirls und -boys habe man gesucht, erklärte er, aber die eingereichten Vorschläge seien durchweg ablehnungswürdig gewesen. So verpflichtete man kurzerhand zehn Gäste im Publikum – dem besten Ansager wurden zwei Freikarten fürs Kulturhaus versprochen.

Mit zwei Stücken aus der Renaissance eröffnete der zwölfjährige Gitarrist Dariusz Miersch den Reigen der Darbietungen, bevor mit Timothy Kahler ein alter Bekannter die Bühne betrat. Mit Kartenspielertricks, Entfesslungskünsten und einem historischen Alkoholtester gewann er das Publikum für sich. „Erfolgreiche Talfahrt“ statt guter Unterhaltung wünschte das „Depressionsbeseitigungs-Duo“ Helmut und Axel Reichard aus Schalksmühle und gab Lieder mit Leichenfaktor zum Besten, bevor Jenny Gashi (12) am Klavier Schumanns „Träumereien“ und „Eternal Flame“ spielte. John Adrian Menz, ebenfalls ein alter Bekannter auf dieser Bühne, zeigte echte Profi-Klasse im Gesang und begleitete stimmlich auch gleich die nächste Nummer: Dieter Heinze und Pete Gere, die für ihren Jazz Sonderbeifall ernteten. Von nun an flossen die Nummern ineinander. Die beiden Musiker begleiteten ihrerseits den nahezu unschlagbaren Rezitator Peter Zimmer. Er hatte sich diesmal die Poesie der Kiersperin Ulrike Erlhöfer vorgenommen und trug ausgesprochen launig die kleinen Gedichte von „Kalle und Karla Kunkel“ vor.

Ein wunderbarer semi-professioneller Abend ging schließlich mit tanzenden Flammen, Senior-Ritas und dem Stepptanz der Ballettschule Klütermann zu Ende, für den der Stadtkämmerer nach eigenem Bekunden nicht die Figur habe. Eigentlich war das „Warten auf das Stadtfest“ viel zu schnell beendet. Aber bis der Hegering selbiges morgen um 16 Uhr eröffnet, ist es ja nicht mehr lange hin. - rudi

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