Warten auf Schnee: Messungen zeigen krasse Wetter-Entwicklung im MK

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Lüdenscheid - Der Dezember des Jahres 2019 war in Lüdenscheid mit einer durchschnittlichen Temperatur von 3,8 Grad um 2,6 Grad wärmer als das langjährige Mittel und damit der fünftwärmste Lüdenscheider Dezember, schreibt die Meteorologische Station am Staberg in ihrem monatlichen Witterungsbericht.

Zum Vergleich: Der Dezember 2015 war mit seinen extremen 7,0 Grad der wärmste Dezember der Aufzeichnungen der Station. Den bis dahin wärmsten Dezember gab es 1934 mit „lediglich“ 5,2 Grad, gefolgt von 1974 (4,3 Grad), 2006 (3,9 Grad), 1910, 1989 und 1988 (je 3,8 Grad). Die erste Dekade (1. – 10. Dezember) und die dritte Dekade (21. – 31. Dezember) waren mit einer durchschnittlichen Temperatur von 2,5 Grad beziehungsweise 3,7 Grad schon deutlich wärmer als üblich. Die zweite Dekade (11. – 20. Dezember) lag mit durchschnittlich 5,2 Grad dann extrem über dem langjährigen Mittel (1,2 Grad).

Die tiefste Temperatur des Monats fiel mit minus 2,2 Grad eher mild aus und wurde am 28. Dezember registriert. Die kälteste Temperatur in einem Dezember in Lüdenscheid gab es mit minus 18,5 Grad am 20.12.1938. Die Höchsttemperatur betrug 13,1 Grad (am 17. Dezember). Damit wurde das Maximum für einen Dezember nur knapp verfehlt (14,1 Grad am 1. Dezember 1984).

Es gab zehn Frosttage (Minimum <0,0 Grad) und keine Eistage (Maximum <0,0 Grad). Das sind sowohl bei den Frosttagen als auch bei den Eistagen deutlich weniger als im langjährigen Durchschnitt (16,8 Frosttage und 6,9 Eistage).

Die Wetterbeobachter registrierten in der Station im Zeppelin-Gymnasium 53,4 Stunden Sonnenschein. Auf einen Tag umgerechnet ergibt das 1,7 Stunden (121 Prozent des langjährigen Durchschnitts). Der Dezember 1993 hält hier mit insgesamt nur 1,2 Stunden Sonnenschein den Negativrekord. Die 1., 2. und 3. Dekade unterschieden sich mit 1,6, 1,8 bzw. 1,7 Stunden durchschnittlichen Sonnenschein pro Tag kaum.

Mit 7,6 Stunden Sonnenschein war der 4. Dezember der sonnigste Tag in Lüdenscheid. An 16 Tagen ließ sich die Sonne überhaupt nicht über Lüdenscheid blicken. Mit 184,8 Litern Niederschlag pro Quadratmeter war der Dezember deutlich niederschlagsreicher als üblich (141 Prozent des langjährigen Durchschnitts). Der meiste Niederschlag fiel mit 26,7 Litern pro Quadratmeter am 8. Dezember – damit wurde der Höchstwert von 68,3 Litern pro Quadratmeter vom 4. Dezember 1960 deutlich verfehlt.

Der Niederschlag verteilte sich auf 21 Tage (langjähriges Mittel 21,5 Tage). Davon gab es 17 Tage mit mehr als 1,0 l/qm (15,8 Tage) und zehn Tage mit mehr als 10,0 l/qm (4,5 Tage). Schneefall verzeichneten die Messgeräte an vier Tagen (Neuschneesumme 6 cm). Dieser Wert liegt deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 22,2 cm. Somit gab es auch nur einen Tag mit einer geschlossenen Schneedecke (gegenüber elf Tagen im langjährigen Durchschnitt).

Der Wind wehte vergangenen Monat am häufigsten aus Südwest (44 Prozent), Süd (22 Prozent), West (11 Prozent) und Südost (10 Prozent). Die anderen Windrichtungen waren in diesen Monat lediglich mit einer Häufigkeit von bis zu 7 Prozent vertreten. Die durchschnittliche Windgeschwindigkeit betrug im Dezember 3,0 Beaufort. Dieses liegt minimal über dem langjährigen Durchschnitt. Der Wind erreichte an elf Tagen Sturmstärke (>=8 Beaufort) – im Durchschnitt gibt es sonst etwas mehr als sieben Sturmtage im Dezember. Mit knapp 93 km/h (= 10 Beaufort) wehte es am 9. Dezember am kräftigsten über den Staberg.

An drei Tagen gab es Nebel – Gewitter verzeichneten die Wetterbeobachter nicht. Verglichen mit dem langjährigen Durchschnitt bedeutet das zehn Tage weniger mit Nebel und 0,5 Tage weniger mit Gewitter.

Zusammenfassend kann man sagen, dass der Dezember wärmer, nasser und sonniger als üblich war. Aber dafür brachte er unseren Wäldern auch die immer noch dringend benötigten Niederschläge.

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