Das Warten hat ein Ende - die Abi-Noten sind raus

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Überwiegend gut gelaunte Gesichter waren auch am Bergstadt-Gymnasium zu sehen. Nachdem alle ihre Noten erfahren hatten, ging´s zum Feiern ins Brauhaus. ▪

LÜDENSCHEID ▪ Dem wochenlangen Hoffen und Bangen folgte vor allem die große Erleichterung – jedenfalls in den allermeisten Fällen: An den drei Lüdenscheider Gymnasien wurde den Abiturienten am Dienstagvormittag mitgeteilt, wie sie bei den Abi-Prüfungen abgeschnitten haben.

„Jetzt, wo man diesen Zettel endlich in der Hand hält, ist die Erleichterung riesengroß“, sagt Tim Gerlach und grinst über das ganze Gesicht, als er hinzufügt: „Hauptsache, keine Nachprüfung!“ Der 19-Jährige hat gerade den Nachweis erhalten, dass er sein Abitur am Bergstadt-Gymnasium gemeistert hat: Einen weißen Zettel, auf dem seine Abschlussnoten aus den Abiturprüfungen und seine Leistungen aus den letzten zwei Jahren festgehalten sind. Und ganz unten sein Durchschnitt: 2,8. „So viel habe ich nicht gelernt, ich kann mich also nicht beschweren“, sagt Tim Gerlach mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Im Sommer beginnt er sein Dualstudium in in Köln auf dem Gebiet Projektmanagement.

Auch Robert Münx ist erleichtert – obwohl er noch eine Abweichungsprüfung in Mathematik in rund zwei Wochen vor der Brust hat. „Das stört mich nicht sonderlich, ob sich mein Schnitt von 3,2 jetzt noch um eine Nachkommastelle verbessert oder verschlechtert“, erklärt der 19-Jährige. Für ihn und viele seiner Mitschüler zählt jetzt erst einmal nur eins: Feiern. Gegen Mittag will sich eine große Gruppe frischgebackener Abiturienten des BGL im Brauhaus treffen.

Mit von der Partie wird auch Stephie Kontschieder (19) sein. Ihren Notenschnitt behält sie für sich. Mit ihrem Abschneiden generell sei sie aber zufrieden – auch weil sie bereits einen Ausbildungsvertrag zur Kauffrau im Bereich Marketing und Kommunikation in der Tasche habe.

Als Veronica Jahr (19) knapp zwei Stunden zuvor erstmals als Abiturientin aus dem Hauptgebäude des Zeppelin-Gymnasiums kommt und den Schulhof des Zeppelin-Gymnasiums betritt, strahlt sie über das ganze Gesicht. Das Handy hat sie bereits am Ohr. „Ich hab´s geschafft – mit 1,3!“, ruft sie. Gerade hat sie aufgelegt, als sie stürmisch von ihrer Mitschülerin Sarah Kurek umarmt wird, die ebenfalls bestanden hat – wenn auch, ohne „wirklich geglänzt zu haben“, wie sie sagt.

Florian Mentzel schafft das Traumergebnis

Richtig geglänzt hat dagegen ihr Mitschüler Florian Mentzel – zwei Jahre lang: Der 19-Jährige hat sich die Traumnote von 1,0 gesichert. Das Optimum, besser geht´s nicht. Von überschäumender Freude allerdings keine Spur bei dem Jugendlichen. Stattdessen ein stilles, zufriedenes Grinsen über das ganze Gesicht. „Ich weiß nicht, wie ich das geschafft habe“, sagt Florian Mentzel und zuckt mit den Schultern, „man muss vor allem Glück haben.“ Richtig feiern will er an diesem Tag nicht. Allen Grund dazu hätte er, aber: Die Schulband, die beim Abi-Sturm auftreten soll, hat an diesem Abend ihre erste Probe in voller Besetzung. Im Oktober will er Physik studieren, nach Möglichkeit in Dortmund.

Die Ruhe in Person auf dem Schulhof des Zeppelin-Gymnasiums ist Simon Kimpel. „Dafür, dass ich 13 Jahre nicht gelernt habe, ist das in Ordnung“, freut er sich über seinen Abi-Schnitt von 2,1. Gleichzeitig empfindet er Mitgefühl. Mitgefühl für diejenigen, die „viel gelernt haben und jetzt trotzdem noch in die Abweichungsprüfungen müssen“.

Das sind an diesem Tag diejenigen, die mit verkniffenem Mund, hängenden Schultern oder Tränen in den Augen über den Schulhof trotten. Die sich trösten lassen von ihren Mitschülern. Oder trotzig mit den Schultern zucken und zynisch grinsen – nur das eine Ziel vor Augen: Endlich die große Erleichterung verspüren. ▪ Sven Prillwitz

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