Das war's: Der satirische Wochenrückblick

Hulda hatte ja nichts dagegen. Aber Onkel Willi ist es leid, Woche für Woche von den LN bei seinen Tresengesprächen belauscht zu werden. „Wenn das nicht aufhört, ziehe ich mitsamt Felix nach Kierspe-Dorf“, drohte er bei einem Besuch in der LN-Redaktion.

Dieses harte Schicksal wollen wir ihm und uns ersparen. Deshalb beherzigen wir seinen Befehl: „Macht wieder euren satirischen Wochenrückblick und lasst mich in Ruhe!“ Auf geht’s also.

Samstag, 28. Dezember: Der hiesige Kunstfreunde-Verein freut sich immer noch, dass er als Jahresgabe fünf Bilder eines gewissen Edgar Hofschen für für 450 Euro pro Stück unters Volk bringen darf. Meister Hofschen bemalt Spanplatten und puzzelt sie immer wieder anders zusammen. So etwas sieht dann recht adrett aus und hängt später gern in den Vorzimmern von Urologen oder Wirtschaftsprüfern. Es sind übrigens auch noch Jahresgaben aus vergangenen Jahren zu erwerben. Das wundert mich sehr.

Sonntag, 29. Dezember: Bürgermeister Dieter Dzewas betont, niemand habe Anspruch auf kostenloses Parken in der Stadt. Wer ordentlich zur Kasse gebeten wird, der würde sich aber sicher über ein funktionierendes Parkleitsystem freuen. Aber wie war das noch: „Niemand hat Anspruch...“ Ist ja schon gut.

Montag, 30. Dezember: Bravo, 19-jähriger Lüdenscheider! Sturzbesoffen fährst du ohne Nummernschilder und natürlich auch ohne Führerschein durch die Stadt. Aus dir wird bestimmt noch was. Vielleicht der Gründer der längst überfälligen Bürgerinitiative gegen Tempo 30 im Rathaustunnel?

Dienstag, 31. Dezember: Silvesterfeier in einem dieser Lüdenscheider Nobel-Restaurants. Schüchterne Frage an die Schankmaid: „Entschuldigung, wir hatten vor einiger Zeit bei Ihrer Kollegin eine Flasche Mineralwasser bestellt?“ „Dann wird sie die schon noch bringen“, flegelt sich das Frollein gepflegt einen ab. Fehlt nur noch ein „Sie haben Ihren Teller ja nicht leergegessen“. Die Lady könnte glatt im Vereinsheim der Hell’s Angels anfangen.

Mittwoch, 1. Januar: Dankeschön, liebe Lüdenscheider Taxiunternehmer. Natürlich nehmt ihr für die Silvesternacht keine Vorbestellungen entgegen. Es könnte euch ja die eine oder andere lukrative Fahrt entgehen, wenn ihr euren Kunden ein Mindestmaß an Service bieten würdet. Sagt mal, seid ihr eventuell mit der Kellnerin aus dem Nobel-Restaurant verwandt?

Donnerstag, 2. Januar: Hochverehrte Lüdenscheider Schützengesellschaft! Schon vor Monaten hast du erst auf hartnäckiges Nachfragen eingeräumt, einen Königsball zu veranstalten. Jetzt geht’s uns mit deinem Neujahrsempfang genauso. Kein Hinweis, keine Einladung an die Bevölkerung. Sag mal, wollt ihr wirklich lieber unter euch bleiben? Oder hat dir nur keiner verraten, dass Öffentlichkeitsarbeit manchmal eben auch etwas mit Arbeit zu tun hat?

Freitag, 3. Januar: Das Stern-Center hat einen neuen Sicherheits-Chef – einen Iserlohner Privatdetektiv. Und der sagt uns gleich mal, wo’s langgeht: „Wer sich königlich benimmt, wird auch königlich behandelt!“ Auf gut Deutsch: Wer nicht pariert, der fliegt!“ Und dann droht der Mann noch, es sei für ihn „eine echte Herausforderung“, in dem Einkaufszentrum für Rrrrecht und Orrrdnung zu sorgen. Einkäufer! In Zweierreihen aufstellen! Aber ein bisschen dalli! - Willy Finke

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