Das war’s: Mein Wochenrückblick

Jeder Schuh 29,95 Euro? Da kann man nicht meckern. Dann kostet das Paar ja nur knapp 60 Euro (gesehen in einem Lüdenscheider Schuhgeschäft).

Der satirische Rückblick auf die Woche in Lüdenscheid von LN-Redakteur Willy Finke:

Samstag, 19. Januar: Die Mayersche Buchhandlung verlässt Lüdenscheid, und der Thalia-Kette geht’s auch nicht gerade gut. Kann also sein, dass die Bergstadt irgendwann ohne großen Buchladen dasteht. Dann wird das Gezeter von wegen „Verödung der Innenstädte“ wieder groß sein. Auch bei denjenigen, die schon jetzt meistens bei Amazon bestellen.

Sonntag, 20. Januar: Ein Luxus-Wohnviertel für „junge Unternehmer und Unternehmensnachfolger“ soll an der Hohfuhrstraße entstehen. Fehlt nur noch ein Yachthafen. Damit dürfte Lüdenscheid die erste Kommune mit einem eigenen Stadtteil für Wirtschaftsjunioren werden.

Montag, 21. Januar: Die Schalksmühler UWG fordert den „Verzicht auf Sonntagsöffnungszeiten“ für das Schwimmbad, betont aber, dies bedeute „keine Schließung“. Schon klar. Das Bad wird nicht geschlossen; man kann eben nur leider nicht rein. Oder so. Die Kältewelle fordert offenbar ihre ersten Opfer.

Dienstag, 22. Januar: Auf Spiekeroog ist vor lauter Öko und Nachhaltigkeit selbst das Fahrradfahren verboten. Die neue städtische Gleichstellungsbeauftragte liebt nach eigenem Bekunden die kleine Nordsee-Insel. Gut so. Denn das spricht zumindest nicht für einen sehr aufgeregten Charakter.

Mittwoch, 23. Januar: Wenn sich hiesige Verdi-Gewerkschafter untereinander E-Mails schreiben, klingt das so richtig schön proletarisch. Und sie leiten die Mails auch gern an die LN weiter. Wir lesen dann: „Hömma Jupp, kumma heute auf die Nachdenkseiten.“

Wir sind – auch ganz ohne Nachdenkseiten – schwer beeindruckt vom Fortschritt der verbalen Weltrevolution. Venceremos, woll!?

Donnerstag, 24. Januar: Ach, Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg: Wer könnte Dir widerstehen? Da bietest du eine siebentägige Schiffsreise auf dem Rhein für jesusmäßig günstige 1190 Euro an und versprichst: „Das elegante und gemütliche Schiff hat eine maritime Einrichtung.“ Wahnsinn: ein Schiff mit maritimer Einrichtung! Vielleicht macht die Reisegruppe ja sogar noch Station in ein paar hübschen Kirchen mit klerikalem Ambiente.

Freitag, 25. Januar: Ein Herr Duffe von der SPD-Kreistagsfraktion kritisiert nicht etwa die Zustände im Klinikum, sondern die Diskussion darüber. Und er findet es offenbar ganz okay, dass der Märkische Kreis noch einmal etwa 25 Millionen Euro in das Krankenhaus steckt. Das sind ja auch nur rund 60 Euro pro Kreis-Einwohner – vom Säugling bis zur Oma. Drei Wochen lang hatten wir von der SPD in Sachen Klinikum gar nichts gehört. Das waren schöne drei Wochen.

- Willy Finke

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