Das war‘s: Mein Wochenrückblick

Soso, in der Praxis gibt‘s also einen Apperitiv. Klingt lecker. Wenn Frau Doktor so bohrt, wie sie schreibt, hilft nach der Behandlung nur noch eine Magnum-Flasche Konnjack. (gesehen in der Syker „Kreiszeitung“)

LÜDENSCHEID ▪ Der satirische Rückblick auf diese Woche:

Samstag, 22. Januar: Das Protokoll der Kulturausschuss-Sitzung vom September ist spurlos verschwunden. Und jetzt weiß keiner mehr, ob der Ausschuss damals über den Text für das Parkstraßen-Ehrenmal abgestimmt hat oder nicht. Was gibt‘s denn über den fiesen nackten Nazi-Gott groß zu texten? Es gibt Probleme, die löst die Stadt am besten mit einer Dynamitstange.

Sonntag, 23. Januar: Auf nichts ist mehr Verlass! Jetzt bietet ausgerechnet die Katholische Bildungsstätte einen Vortrag über „Rechte und Pflichten bei Scheidung“ an. Dabei lässt die päpstliche Auffassung von Ehe doch überhaupt keine Scheidung zu. Was kommt als nächstes, oh wunderliche Katholiken? Ein Kondom-Automat auf dem Klo des Gemeindehauses am Sauerfeld?

Montag, 24. Januar: „Der Zustand des Gebäudes wird von uns mit erheblichen Mitteln und fortlaufend verbessert, auch wenn dies im Einzelfall nicht nach außen sichtbar wird.“ Sagen die Betreiber der Ruine des Forums am Sternplatz. Das ist die klammheimlichste Sanierung der Welt.

Dienstag, 25. Januar: Kinder sollen nach dem Willen der Stadtverwaltung endlich wieder dort zur Schule gehen, wo sie wohnen. Und nicht von ihren Mamas quer durch die Stadt kutschiert werden. Die FDP findet das irgendwie total unliberal und ist natürlich dagegen. Ben-Noah und Zoe-Chantal sollen eben nicht mit Ahmed und Aische in eine Klasse gehen müssen. Wozu ist man schließlich Besserverdiener?

Mittwoch, 26. Januar: Apropos Liberale: Der Herr Holzrichter vom hiesigen Fähnlein Westerwelle berichtet von den „verzweifelten Sparanstrengungen“ im Jahr 2010 und meint damit offenbar wirklich die rotgelbgrüne Stadtregierung. Wenn man von Realitätsverlust fliegen könnte, wäre Jens Holzrichter ein Hubschrauber.

Donnerstag, 27. Januar: Manchmal ist ein Blick ins befreundete Ausland ja auch ganz interessant. Nach Werdohl zum Beispiel. Dort verhindert die CDU, dass die SPD eine Ausstellung zum 100-jährigen Bestehen ihres Ortsvereins in der Stadtbücherei präsentiert. Deren Kunden könnten sich „belästigt“ fühlen. Dabei sind die Werdohler doch das toleranteste Völkchen der Welt – wenn sie selbst ihre CDU-Politiker gewaltlos ertragen.

Freitag, 28. Januar: In Lüdenscheid gibt‘s nur noch fünf ganze Kerle – nämlich Kampfhunde, die noch richtige Kampfhunde sind. Der Rest hat, nur damit Herrchen Hundesteuer sparen kann, „Verhaltensprüfungen“ ablegen müssen und gilt jetzt behördlicherseits als ungefährlich. Vom Pitbull zum Wackeldackel und vom Rottweiler zum Frauchen-Versteher: ein wahres Hundeleben.

▪ Willy Finke

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