Das war’s: Mein Wochenrückblick

Samstag, 15. Januar: Linienbusse können vom neuen Zentralen Omnisbusbahnhof nicht in Richtung Christuskirche abbiegen. Zu wenig Platz! Die MVG sagt, das sei allen Beteiligten, auch der Stadtverwaltung, von vornherein klar gewesen. Immerhin 13 Linien müssen nun dummerweise stattdessen an der Bahnhofstraße halten. Nennen wir den weitgehend busfreien Busbahnhof trotzdem ruhig weiter „Busbahnhof“. Und das weitgehend erstaunliche Rathaus „Kompetenzzentrum“.

Sonntag, 16. Januar: Die LSG erklärt offiziell, dass sie ihre Schützenhalle nicht mehr braucht. Sogar zum Schützenfest wird das Gebäude anderweitig vermietet, weil man lieber „gemeinsam mit der Bevölkerung feiern“ will. Dem Vernehmen nach werden die Schützen drei Partyzelte plus sechs Biertisch-Garnituren von den Briefmarkenfreunden anmieten.

Montag, 17. Januar: „Wir hätten das Haus schließlich nicht gekauft, wenn wir von einer weiteren Bebauung hier ausgegangen wären.“ Beklagt sich ein unglücklicher Anwohner der Haydnstraße und kündigt Widerstand gegen Neubau-Pläne an. Selbstverständlich haben er und seine armen Nachbarn recht. Denn die Verwaltung hat ihnen damals – in den 70er-Jahren – gesagt, „auf Jahre hinaus“ seien trotz entsprechenden Flächennutzungsplans keine Neubauten geplant. Und seitdem sind doch wirklich erst 40 Jahre vergangen.

Dienstag, 18. Januar: Im Forum am Sternplatz entstehen durch die Zerstörungswut einiger Disco-Deppen hohe Sachschäden. Man kann in dieser Ruine also tatsächlich noch Schäden anrichten, die sich vom Normalzustand des Gebäudes abheben.

Mittwoch, 19. Januar: Die Weltrevolution geht weiter. Jetzt planen die hiesigen Schützen auch noch einen gemeinsamen Ball ganz „ohne Uniformzwang“. Das können sie ihren diversen Offizieren und Kompanieführern doch nicht ernsthaft antun. Ein Oberschütze ohne Uniform ist wie ein Modell-Eisenbahner ohne Trafo.

Donnerstag, 20. Januar:Der Lüdenscheider CDU-Vorsitzende Schwarzkopf begrüßt „ausdrücklich“ den Düsseldorfer Richterspruch zum Nachtragshaushalt. Das musste ja auch mal dringend gesagt werden. Und er verrät ein Riesen-Geheimnis: Die „Tendenz in der Landes-CDU“ gehe tatsächlich dahin, das endgültige Urteil der Richter abzuwarten. Sensationell! Landesvorsitzender Norbert Röttgen plant also doch keinen bewaffneten Überfall auf die Staatskanzlei. Hoffentlich bekommt Wiki-Ralf jetzt keinen Ärger, dass er den LN dieses Top-Geheimnis verraten hat.

Freitag, 21. Januar: Immer wieder überzeugt die heimische Firma Busch-Jaeger Elektro durch ihren bescheidenen Unternehmensauftritt. Von Wichtigtuerei ist Busch-Jaeger so weit entfernt wie Heino vom Physik-Nobelpreis. So auch diesmal. In aller Zurückhaltung lässt der sympathische Betrieb von nebenan mitteilen: „Design ist eine Kernkompetenz der zur ABB gehörenden starken Marke Busch-Jaeger“. Genau. „Design“ heißt laut Fremdwörter-Duden übrigens nur „Entwurf, Skizze, Modell zur Gestaltung industriell gefertigter Gegenstände“. Und das ist doch schön, liebe Buschjäger, dass ihr nicht einfach munter drauflos produziert, sondern vorher sogar eine Zeichnung macht. Wenn das allerdings schon eine eurer „Kernkompetenzen“ ist, dann will ich lieber nicht wissen, was ihr sonst noch alles auf Lager habt. ▪ Willy Finke

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