Aufrüstung bei der Feuerwehr

Warnstufe 2! Feuerwehr rüstet wegen Waldbrandgefahr auf

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Brandhauptmann Thomas Brauckmann steht vor dem Allrad-Fahrzeug, das für die Waldbrandbekämpfung in unwegsamem Gebiet geeignet ist.

Lüdenscheid - Die Feuerwehr in Lüdenscheid warnt vor Waldbrandgefahr und rüstet auf. Obwohl der Deutsche Wetterdienst die Waldbrand-Warnstufe von drei auf zwei senkte, sei dies kein Grund zur Entwarnung, sagt Thomas Brauckmann, Brandhauptmann bei der Lüdenscheider Feuerwehr, im LN-Interview.

Hat die Feuerwehr in Lüdenscheid besondere Vorkehrungen getroffen?

Wir haben aufgerüstet, indem wir auf ein Mehrzweckfahrzeug ein Waldbrandmodul aufgesattelt haben. Es verfügt über einen 400-Liter- Tank und eine Schnellangriffseinrichtung.

Das Fahrzeug ist geländegängig, da es über Allrad verfügt. Damit können wir auch etwas engere oder schwer zugängliche Bereiche befahren. So können wir einen entstehenden Brand unter Kontrolle halten bis wir eine Wasserversorgung gelegt haben. 

Dann haben wir noch einen Wassertank mit 5000 Litern Wasser. Dieser ist jetzt, anders als zuvor, ständig auf einem Trägerfahrzeug montiert. Normalerweise ist das nicht so. Das Fahrzeug steht aktuell bei der Freiwilligen Feuerwehr in Brügge. 

Wenn etwas passieren sollte, dann können wir zusätzlich die Kräfte der freiwilligen Feuerwehr hinzuziehen.

Worauf sollten die Bürger achten? 

Sie sollen das absolute Rauchverbot im Wald einhalten, keine Kippen aus fahrenden Fahrzeugen werfen und keinen Gartenabfall verbrennen. 

Das hauptsächliche Problem aber sind wilde Feuer. Wenn Jugendliche meinen, irgendwo in Waldnähe oder sogar im Wald ein Lagerfeuer machen zu müssen, dann ist das sehr gefährlich.

Gibt es Strafen, die verhängt werden? 

Da kann ich nicht viel zu sagen, aber es gibt Unterschiede zwischen Schadenfeuer und Nutzfeuer. Wenn einer ein Feuer in einer Feuerwanne macht, dann ist es eigentlich ein Nutzfeuer, und das ist eigentlich auch nicht verboten. 

Allerdings besteht bei so einem Nutzfeuer die Gefahr, dass bei einem Funken – wenn sich das Feuer nah an Wald oder Wiesen befindet – etwas passiert. 

Man sollte auch darauf achten, wenn man mit dem Grillen fertig ist, die Holzkohle abzulöschen oder den Holzkohlengrill so lange zu beobachten bis die Glut aus ist. Wenn ansonsten ein Windstoß kommt, hat man ganz schnell eine Hecke oder Rasen entzündet.

Wie schnell breitet sich ein Feuer aus? 

Das ist unterschiedlich. Es kommt drauf an, wie stark der Wind ist. Je stärker der Wind ist, desto schneller geht es. Es kommt auch darauf an, wie trocken die Umgebung ist. 

Die Waldbrandstufe ist schon sehr hoch, und selbst, wenn es jetzt ein Gewitter geben sollte, dann würde das nichts nutzen, denn die Böden sind sehr trocken.

Was vom letzten Jahr noch auf dem Boden liegt, egal ob es Gras oder Äste sind, ist durch den Wind natürlich getrocknet. Und da genügt wirklich nur ein Funke. 

Wenn das so weitergeht, dann wird das mit der Gefahrenstufe mit Sicherheit noch steigen. Es ist kein Regen in Sicht. Ein kleines Gewitter bringt nichts. Nach einem Gewitter sollte man denken, jetzt ist alles nass, jetzt passiert nichts. Es ist aber eben nicht alles nass. Es reicht schon ein wildes Feuer oder ein unbeaufsichtigtes Feuer oder ein unbeaufsichtigter Grill, um einen Flächenbrand auszulösen.

An wen kann man sich wenden, wenn man ein unzulässiges Verhalten beobachtet? 

Die Polizei oder das Ordnungsamt sind für solche Fälle zuständig. Wenn man jedoch eine Rauchentwicklung sieht, dann sollte man die Feuerwehr unter 112 rufen. 

Und wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass eigentlich nichts war, dann ist es uns lieber, wenn wir einmal zu viel fahren als wenn sich die Leute davor scheuen, und wir erst kommen, wenn sich das Feuer ausgebreitet hat. Ein Entstehungsfeuer ist leichter zu bekämpfen, als wenn es sich ausgebreitet hat.

Soll man selbst löschen?

Also bei einem Flächenbrand bringt das nicht viel. Man sollte beim Grillen oder bei der Feuerschale immer einen gefüllten Wassereimer bereitstellen. Sinnvoll ist auch, einen Gartenschlauch griffbereit zu haben oder den Bereich um Grill und Feuerschale schon mal etwas nass zu machen. 

Allerdings fliegen die Funken sehr weit. Deshalb sollte man weder einen Holzkohlengrill noch eine Feuerschale unbeaufsichtigt lassen.

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