Warnstreik: Fünf Kitas in Lüdenscheid geschlossen

Bei der Kundgebung in der ersten Reihe dabei: Liedermacher Rüdiger Drallmeyer (links) und Gewerkschafter Josef Filippek.

Lüdenscheid - Fünf städtische Kitas blieben geschlossen. In den anderen vier war der Betrieb eingeschränkt. Dazu ertönte ein unüberhörbares Signal auf dem Sternplatz. Keine Überraschung, dass Gewerkschafter und Beschäftigte angesichts dieser Szenerie die Warnstreiks am Freitag in Lüdenscheid als klaren Erfolg einstuften.

Knapp 60 Fachkräfte waren bei Kälte und Wind auf dem Sternplatz erschienen – Kinderpflegerinnen, Erzieher und Erzieherinnen sowie Sozialarbeiter und Sozialpädagoginnen, die bei der Stadt oder beim Kreis beschäftigt sind. Aufgerufen zu dem Warnstreik hatte die Gewerkschaft Verdi. Hintergrund der Aktion bildeten die aktuellen Tarifverhandlungen über die Besoldung im Sozial- und Erziehungsdienst. Verdi fordert dabei eine höhere Eingruppierung der Beschäftigten dieser Berufsgruppe. Im Schnitt würde das eine höhere Bezahlung von zehn Prozent bedeuten.

Wegen des Warnstreiks geschlossen blieben am Freitag in Lüdenscheid die städtischen Kitas Brüninghausen, Wermecker Grund, Pestalozzi, Gevelndorf und Wettringhof. In den übrigen Einrichtungen herrschte eine Art Notbetrieb. Die Eltern waren laut Verdi vorab informiert worden. Von mehreren Teilnehmern war am Rande der Kundgebung zu hören, dass die kommunalen Arbeitgeber im Vorfeld starken Druck aufgebaut hätten, um Beschäftigte vom Warnstreik abzuhalten.

Die Botschaft war am Freitag eindeutig und wurde vor allem von Verdi-Bezirksgeschäftsführer Ulrich Padberg formuliert. Tenor dabei: Die Arbeit im Sozial- und Erziehungsdienst ist gesellschaftlich extrem wertvoll, die Anforderungen steigen ständig. Das müsse sich auch in der Bezahlung des Personals widerspiegeln.

Musiker Rüdiger Drallmeyer unterstützte die Streikenden mit gesellschaftskritischem Liedgut. Er sang vom „Abbau des Sozialstaats“, von ungerechter Bezahlung und von „sklavenartiger Leiharbeit“ in der Berufswelt.

Ulrich Padberg verteidigte in seiner Rede noch einmal selbstbewusst die Forderungen der Gewerkschaft und erinnerte dazu an die Bedeutung von Streiks. Seine Ermutigung in Richtung der Beschäftigten: „Ohne euren Einsatz auf der Straße bewegen sich die Arbeitgeber nicht.“

Die nächste Verhandlungsrunde im Tarifkonflikt steht am 9. April in Düsseldorf an. - Von Sebastian Schmidt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare