Verdi probt den Ausstand - Etwa 300 Teilnehmer

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Unüberhörbar, unübersehbar. 300 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes probten beim Verdi-Warnstreik am Dienstag den Ausstand. Links Bernd Benscheidt, Personalratsvorsitzender beim Märkischen Kreis, rechts Verdi-Sekretär Ulrich Padberg.

[Update, 14.35 Uhr] Lüdenscheid - Mit einem ganztägigen Warnstreik hat die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi am Dienstag ein erstes Zeichen in der Tarifauseinandersetzung im öffentlichen Dienst gesetzt.

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Etwa 300 Teilnehmer und damit mehr als erwartet zählten der Zug vom Kreishaus zum Sternplatz und die Kundgebung. Massiv getroffen wurde der öffentlichen Nahverkehr. Etwa ein Drittel der Streikenden war direkt vom MVG-Betriebshof zum Kreishaus ausgerückt, „gut organisiert und friedlich“, so Pressesprecher Jochen Sulies. Die Busse blieben direkt zum Schichtbeginn auf dem Betriebshof stehen.

Etwa die Hälfte der Verkehrsleistung der MVG werde von Auftragnehmern erbracht. Das dürfte erklären, dass der Schulbetrieb mit nur kleineren Einschränkungen laufen konnte. Teilweise waren im Vorfeld Fahrgemeinschaften von Eltern gebildet worden, die Gesamtschule hatte für Dienstag einen Elternsprechtag terminiert.

Beteiligt am Auftakt des Arbeitskampfes waren auch Mitarbeiterinnen von Kindertagesstätten, die bei den Eltern aber auf Verständnis gestoßen seien, so die Aussagen am Rand der Kundgebung. Zudem hatten die Kitas einen Notdienst eingerichtet.

Wirkung erzielte der Verdi-Streik darüber hinaus im Bürgerbüro des Kreishauses, bei der Arbeitsagentur und bei Straßen NRW, die zur „gelungenen Auftaktveranstaltung“, so Verdi-Sekretär Ulrich Padberg, ebenfalls aufgerufen worden waren.

Kita Gevelndorf: Die Eltern hätten Verständnis gezeigt, hieß es bei den Erzieherinnen. Für Notfälle gab’s den Notdienst.

Von einem schnellen Ende der Tarifauseinandersetzung geht Verdi offenbar nicht aus. „Das wird nicht das letzte Mal sein, dass wir uns sehen“, vermutet Padberg. Die nächste Verhandlung steht am 20. und 21. März an, und ohne ein ernsthaftes Angebot der Arbeitgeberseite wäre dann der nächste Termin schon angedacht. Dann würde bereits für den 27. März zur zentralen Kundgebung in Dortmund aufgerufen. Denn der öffentliche Dienst sieht Nachholbedarf: „Wir haben uns jahrelang zurückgehalten. Ich finde, es reicht“, sagte Padberg unter Applaus. - flo/cey/be

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