„Wann und wie ein Hund bellen darf“

Hunde – oftmals die treuesten Gefährten der Menschen, aber häufig auch eine ärgerliche Lärmquelle.

LÜDENSCHEID ▪ Familie Fischer hat die Ohren voll: „Wir wohnen in Hellersen und werden seit zwei Jahren von einem Hund und seinem Bellen gestört. Gebellt wird größtenteils mittags, nachmittags und abends“, klagen die Fischers über die hartnäckige Lärmbelästigung durch einen Nachbarhund. Und fragen, ob das Ordnungsamt nicht etwas dazu sagen könne, „wann und wie ein Hund bellen darf“.

Stadtpressesprecher Wolfgang Löhn klärte mit dem Ordnungsamt diese Frage und gab anschließend die Empfehlung ab, ein solches Problem „privatrechtlich“ – möglicherweise auch durch ein intensives Gespräch mit den Nachbarn zu klären. Darüber hinaus empfahl er einen Schiedsmann.

Scheitere ein solcher Verständigungsversuch, gebe es aber durchaus eine rechtliche Handhabe für fortwährend lärmbelästigte Bürger, fügte Löhn an und verwies auf den Paragraphen 12 des „Gesetzes zum Schutz vor Luftverunreinigungen, Geräuschen und ähnlichen Umwelteinwirkungen“ – kurz: Landesimmissionsschutzgesetz  NRW. Darin heißt es: „Tiere sind so zu halten, daß niemand durch die hiervon ausgehenden Immissionen, insbesondere durch den von den Tieren erzeugten Lärm, mehr als nur geringfügig belästigt wird.“ Was aber heißt „mehr als nur geringfügig“ in diesem Zusammenhang? „Es reicht nicht, sich einmal zu ärgern“, erklärt Wolfgang Löhn und rät zu einem „Lärmprotokoll“ über die Dauer von etwa zwei Wochen. Sein einziger Inhalt: Antworten auf die Frage „Wann hat Bello gebellt, wie oft und wie lange?“ Mit zwei Jahren Geduld liegt die Familie Fischer weit über dieser Empfehlung. Nur: Zukünftig muss sie ihre Ohrenzeugenschaft auch dokumentieren.

Der Kommentar zum Landesgesetz weist übrigens noch auf einige Tücken auf dem Weg zur äußeren Ruhe hin: Zwar gebietet das Gesetz, „dass der Tierhalter alles zu tun hat, damit niemand durch die von den Tieren ausgehenden Immissionen (Geräusche, Gerüche) mehr als nur geringfügig belästigt wird“. Doch gleichzeitig gilt: „Wann eine nicht nur geringfügigge Belästigung eines anderen vorliegt, hängt von der Ortsüblichkeit entsprechender Beeinträchtigungen (z.B. ländliche Gegend), der Tageszeit, der Art und der Dauer des Auftretens der Immissionen und unter Umständen auch von der Anzahl der belästigten Personen ab.“ ▪ thk

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