Oktober: Dr. Walter Wortberg

+
Dr. Walter Wortberg

LÜDENSCHEID - Dr. Walter Wortberg, Allgemein-, Umwelt- und Tropenmediziner im Unruhestand, ist einfach nicht zu bremsen in seinem Engagement. Die LN-Redaktion hat den 75-Jährigen jetzt zum Lüdenscheider des Monats Oktober gekürt.

Von Martin Messy

Listete man an dieser Stelle alle seine beruflichen Stationen auf, alle Mitgliedschaften, alle ehrenamtlichen Tätigkeiten – dann wäre der Artikel fertig, ohne seine Triebfedern und seine Motivation für so viel Einsatz kennenzulernen. Ende des vergangenen Monats stellte Dr. Walter Wortberg sein Buch „Bin ich umweltkrank? – Die Ursachen von Krebs und chronischen Krankheiten erkennen und vermeiden“ vor. Für die LN-Redaktion ist nicht nur dies Anlass genug, den 75-Jährigen zum Lüdenscheider des Monats Oktober zu küren.

Der in Essen-Kettwig auf einem Bauernhof groß gewordene Wahl-Lüdenscheider entdeckte schon sehr früh sein Herz für Afrika. „Die Predigt meines Pfarrers zur Erstkommunion war der Auslöser“, erinnert er sich. Darauf baute er nach der Schule sein Studium der Medizin auf, zu dem nach Stationen in Marburg, Rheinsberg, Würzburg und Hagen auch ein Studium der Tropenmedizin und Hygiene einschließlich Umweltmedizin in London und Liverpool gehörte. „Das war alles mit Blick auf Afrika“, sagt der dreifache Familienvater. „Ich wollte nicht zur Bundeswehr.“

Kriegserlebnisse mit Bombenangriffen auf Essen und mit bedrohlichen Situationen für seine Familie hatten sich tief eingeprägt. Als es dann per Gesetz möglich war, statt der Bundeswehrzeit in die Entwicklungshilfe zu gehen, arbeitete der junge Doktor drei Jahre lang als Ärztlicher Leiter eines Buschkrankenhauses im nordnigerianischen Akwanga. In Afrika wurden auch zwei seiner drei Kinder geboren.

Als sich in Lüdenscheid die Möglichkeit ergab, eine Praxis zu übernehmen, ließ er sich 1976 als Arzt für Allgemein-, Umwelt-, und Tropenmedizin hier nieder. Nebenbei führte er wissenschaftliche Arbeiten und Veröffentlichungen in den Bereichen Gynäkologie, Umweltmedizin, Gerontologie und Geriatrie durch, sicherte sich Patente in Deutschland, Europa und den USA für die Entwicklung einer Seniorensicherheitshose.

Die Kontakte nach Afrika blieben intensiv, was sich unter anderem auch in der Mitgründung des Eine-Welt-Netzes zeigt. Dafür erhielt Dr. Walter Wortberg die Ehrennadel der Stadt. „Ich will Frieden haben und möchte, dass die Menschen achtsam miteinander umgehen.“ Das treibe ihn immer wieder an. „Ohne meine Frau Monika wäre das alles aber gar nicht möglich.“

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare