Walter Trimpop wird 70: Anfänge im Kuhstall

+
Ein Leben fürs Auto – und das Handwerk, das es rollen lässt: Walter Trimpop vollendet heute das 70. Lebensjahr.

Lüdenscheid - Als der Lüdenscheider Kfz-Innungsvorsitzende Walter Trimpop nach 50 Jahren erstmals an den Ort seiner Schlosserlehre in Nierstein am Rhein zurückkehrte, da begrüßte ihn jemand mit den Worten: „Willkommen zuhause!“ Was nicht ganz stimmt, denn zuhause ist der gebürtige Mesekendahler im Sauerland. Doch es zeigt, dass dieser Mann, der heute 70 Jahre alt wird, Spuren hinterlässt.

Viereinhalb Jahre lebte er damals am Rhein, um nach der Rückkehr 1961 als Bauschlossergeselle am Bierbaum zu arbeiten. Wohin es für ihn gehen sollte, zeigten ihm 18 Monate Grundwehrdienst: Auf einem Bergepanzer erlernte er die Grundlagen für den Abschlepp- und Bergedienst, mit dem er sich 1968 selbstständig machte – nach bestandenen Prüfungen zum Industrie- und zum Kfz-Meister sowie Arbeitsjahren bei Magirus-Deutz am Hülscheiderbaum.

„In einem Schnarümer Kuhstall fing damals alles an – mit nichts“, erinnert sich der Jubilar. Dafür, dass er Tröge rausschaffte und alles auf Vordermann brachte, blieb der Stall ein Jahr mietfrei, und so zog der junge Mann sein Geschäft auf: das Autohaus Trimpop, das es jetzt 45 Jahre gibt.

Abschleppdienst und Werkstatt blieben indes vorläufig noch acht Jahre im Ex-Stall, und Firma Trimpop wuchs dank des Baus der Sauerlandlinie: Wochentags sorgten die massenhaft durch Splitt eingeschlagenen Autoscheiben der A-45-Nutzer für Umsatz. An Wochenenden reparierte Trimpop die Muldenkipper, wofür ihm die Bauleute ihren Werkstattwagen daließen.

Die schönsten Anekdoten gab’s aber beim Abschleppen. Josef Ratzinger, heute besser bekannt als Papst Benedikt, nahm Trimpops Dienste nach einer Massenkarambolage ebenso in Anspruch wie Designerpapst Luigi Colani. „Den hab’ ich nicht erkannt“, schmunzelt Trimpop heute. Colani musste fürs Abschleppen seines dicken Ami-Schlittens jedenfalls genau so in Vorkasse gehen wie jeder andere Kunde auch. Denn wenn Walter Trimpop etwas nicht leiden kann, dann ist das der Satz: „Ja, wissen Sie denn nicht, wer ich bin?“

1976 endete die Stallzeit mit dem neuen Autohaus am Freisenberg. Aus dieser Zeit ist Trimpop die Episode mit dem Nissan-Europachef haften geblieben: Der Japaner kam nach Lüdenscheid, lobte den schönen Betrieb, sagte aber auch: „Erneuern Sie bitte Ihre Piratenflaggen!“ In der Tat seien die Markenfahnen damals etwas ausgeleiert gewesen, räumt Trimpop ein.

Für ihn begann mit der Zeit im heutigen Skoda- und Suzuki-Autohaus auch die Karriere im Handwerk: 1981 rückte er in den Vorstand der Lüdenscheider Kfz-Innung auf, deren Vorsitzender er seit mehr als 23 Jahren ist. Zehn Jahre im Vorstand der Kammer, 30 Jahre Mitarbeit im Berufsbildungs-Ausschuss NRW, der das heute beliebte Berufsbild des Automobilkaufmanns erfand: Stationen eines Mannes, der nie ein Hehl aus seiner einfachen Herkunft machte und bis heute knorrig werden kann, wenn es um das Wohl und Wehe seines Handwerks geht.

Besonders stolz ist der fünffache Vater und werdende Opa indes auf seine Kinder. Ob Ingenieur, Regisseur, Biologe, Requisiteurin oder Kauffrau, „alle sind erfolgreich im Beruf.“ Ihnen hat er sein Lebensmotto vermittelt: „Erfolg macht Spaß, aber er muss auch hart erarbeitet werden.“

Tochter Nina soll nun zum Jahreswechsel das Autohaus übernehmen, auch mit den Ämtern ist für ihn bald Schluss: Walter Trimpop will mehr Zeit für Ehefrau Walpurga und das Enkelchen haben – und seinen Hobbies als Vorsitzender des MGV Wiblingwerde, als Schütze, Trompeter oder Gärtner frönen.

Den zahlreichen Glückwünschen zum Wiegenfest schließen sich die LN gerne an. - Thomas Hagemann

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare