Waldpilzexkursion des SGV lockt viele Familien

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Beim Pilzesammeln achteten die Exkursionsteilnehmer darauf, Pilze nicht zu pflücken, sondern mit dem Messer abzuschneiden.

Lüdenscheid -  Herbstzeit – Pilzzeit. Zeit für einen Ausflug in den Wald mit Schneidemesser, Körbchen und Bestimmungsbuch: Großen Zuspruch fand am Sonntag die Waldpilzexkursion des SVG, an der sich 35 große und kleine Pilzsammler – weit mehr als erwartetet – beteiligten.

Im Rahmen der Familienveranstaltungen des Vereins schwärmten Mitglieder und Gäste im Ebbegebirge rund um den Homertturm aus, um unter den wachsamen Augen von Klaus Störmer, Pilzsachverständiger der Deutschen Gesellschaft für Mykologie, nach essbaren Waldpilzen für den eigenen Verzehr zu suchen.

Seitens des Sauerländischen Gebirgsvereins (SGV) Lüdenscheid war Naturschutzwart Rüdiger Müller vor Ort. In zwei Abschnitte – einen theoretischen Teil am Samstag im Haus der Vereine und einen praktischen Teil in Gestalt der Sonntagsexkursion zur Homert – war die Veranstaltung untergliedert. Mancher, der sich am Samstag theoretisches Wissen angeeignet hatte, brachte zur Pilzwanderung am Sonntag noch einen Bekannten, Kinder und Partner mit.

Reiche Ernte in einem „durchschnittlichen Pilzjahr“.

Entsprechend groß war die Gruppe, die bei herrlichem Wetter den Wald auf der Suche nach den Köstlichkeiten des Waldes durchkämmte. Wissenswertes rund um Pilze, die weder Pflanze noch Tier, sondern eine ganz eigene Spezies sind, brachte Klaus Störmer seinen Zuhörern im Theorieteil der SGV-Veranstaltung nahe.

Über die Anatomie von Pilzen, Fruchtkörperformen, giftige Pilze, Maßnahmen bei Verdacht auf eine Pilzvergiftung und vieles mehr erfuhren die Pilzsammler von dem pensionierten Lehrer aus Balve, der selbst erfahrenen Sammlern noch Neues beibrachte, wichtige Einzelheiten. Derart vorbereitet, machten sich die Sammler bei der Exkursion mit Feuereifer ans Werk.

Beim Pilzesammeln achteten die Exkursionsteilnehmer darauf, Pilze nicht zu pflücken, sondern mit dem Messer abzuschneiden.

Mit Rat und Tat stand Klaus Störmer der Gruppe zur Seite, half beim Bestimmen der verschiedenen Pilzarten, wies auf Lieblingsstandorte hin und gab manchen Tipp aus der Praxis. Ungenießbares flog nach sorgsamer Begutachtung rasch aus den mitgebrachten Körben zum sachgerechten Transport. Giftpilze wie der Fliegenpilz, den schon die Kinder leicht erkannten, blieben am Wegrand stehen. Schüpplinge, nicht zu verwechseln mit dem Hallimasch, Schleierlinge, Flämmlinge, Schwefelköpfe, Trompetenpfifferlinge, Ziegenlippe und viele andere Sorten entdeckten und bestimmten die Sammler bei ihrer zweistündigen Wanderung rund um den Homertturm. Die guten Pilze blieben im Körbchen – für den raschen Verzehr daheim.

Fliegenpilze erkannten schon die Kleinen, die an der besonderen Familienwanderung teilnahmen.

Klaus Störmers Rat: Nur Pilze essen, die sich eindeutig bestimmen lassen. Unbekannte Pilze sollten in jedem Fall einem Experten vorgelegt werden. „Pilzsachverständige sind verpflichtet, sich das anzusehen.“ Was passieren kann, wenn dies unterbleibt, zeigt der traurige Fall des 16-jährigen Jungen aus Syrien, der jüngst an einer Vergiftung durch den grünen Knollenblätterpilz starb.

Die nächste Familienwanderung des SGV findet am Sonntag, 25. Oktober, statt. Ziel ist die Sophienhöhe am Tagebau Hambach bei Jülich, bekanntlich der größte künstlich angelegte Berg der Welt. Treffpunkt ist um 8.30 Uhr der Parkplatz am Geschwister-Scholl-Gymnasium. Eine Wiederholung der Waldpilzexkursion ist im kommenden Jahr angedacht.

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