Waldböden sind trocken vom „Wüstenwind“

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Ohne Gießkanne geht derzeit nichts mehr in den heimischen Gärten. ▪

LÜDENSCHEID ▪ Beim Wort „Dürre“ schrecken viele Gesprächspartner derzeit noch zurück. Doch die wochenlange Schönwetterperiode lässt schon jetzt Bauern um ihre Ernteerträge und Forstwirte um ihre Neuanpflanzungen fürchten.

In Anbetracht des fehlenden Regens stoppte das Regionalforstamt Lüdenscheid turnusmäßige Wiederaufforstungen und Ersatzpflanzungen auf vom Sturm Kyrill abgeräumten Flächen. Die Bäumchen, die nach dem Ende des Winters gepflanzt wurden, seien akut gefährdet durch die Trockenheit, berichtet Forstdirektor Bernd Josef Schmitt, Leiter des Regionalforstamtes Märkisches Sauerland. „Es gibt viele kleine geschädigte Pflanzen. Wir müssen schauen, was noch überleben kann.“ Der Waldboden sei vor allem in Südhanglagen durch den „wie ein Wüstenwind“ blasenden Südostwind stark ausgetrocknet. Entsprechend hoch ist auch weiterhin die Gefahr, dass der sporadische Borkenkäfer-Befall sich wie ein „Flächenbrand“ auf größeren Flächen ausbreitet. Hinsichtlich möglicher echter Brände herrscht weiterhin Feuer-Alarmstufe 4 in den Wäldern: Offenes Feuer, Rauchen, Glasscherben und heiße Katalysatoren sind absolut tabu in und am Wald.

Derweil erreicht der Wasserverbrauch nach Angaben von Stadtwerke-Sprecher Andreas Köster fast die Höchststände des vergangenen Sommers: Mit 26 886 Kubikmetern erreichte der Verbrauch am Samstag den bisher höchsten Wert des Mai und lag damit nur gut 1000 Kubikmeter unter dem höchsten Tagesverbrauch des Juli 2010. Im sonnigen April verbrauchten die Lüdenscheider 485 000 Kubikmeter – 25 000 mehr als im April 2010. ▪ thk

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