Hahne in der Christuskirche: die Wahrheit als Sprengstoff

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Peter Hahne sprach über die Wahrheit, die Hoffnung gibt.

LÜDENSCHEID ▪ Es ist ganz egal, ob Peter Hahne zum Auftakt oder zum Finale der Gemeindetage unter dem Wort spricht: Wenn der Theologe, Autor und Journalist nach Lüdenscheid kommt, ist die Christuskirche voll.

Auch diesmal wollten etliche hundert Menschen hören, was Hahne zum Thema „Was im Leben wirklich zählt...die Wahrheit“ zu sagen hatte.

Die Zuhörer erlebten am Mittwochabend einen gut gelaunten Peter Hahne, der darüber Witze machte, dass er schon mindestens seit 30 Jahren zu den Gemeindetagen kommt. Wie oft, wisse er selbst nicht so genau. Es sei doch schön, wenn man nach so langer Zeit immer noch frisch auf der Kanzel stehe und sich „dann auch immer noch darauf freut“, betonte er seine Treue zur Bergstadt.

Hahne war der erste Referent der diesjährigen Gemeindetage, der das Leitthema „Was im Leben wirklich zählt...“ vervollständigte. Das, was für Hahne zählt, ist die Wahrheit, die ihm der christliche Glaube bietet. Dass Jesus von sich selbst gesagt habe „ich bin die Wahrheit“, sei „das Radikalste, das dieser Welt je zugemutet wurde.“ Und noch mehr, meinte Hahne: „Das ist der gewaltigste intellektuelle Sprengstoff dieser Welt.“

Er spannte den Bogen zum Leid, dass wohl jeder irgendwann in seinem Leben erfahre: „In dieser Welt wird gelitten“, auch das sei eine Wahrheit. Als aktuelle Beispiele nannte er den an Demenz erkrankten Rudi Assauer und den niederländischen Prinzen Friso, der im Koma liegt, seit er von einer Lawine erfasst wurde. „Entweder das Leid macht mich fertig oder ich werde mit dem Leid fertig.“ Mit zahlreichen Beispielen von Menschen, die aus der Wahrheit ihres Glaubens Stärke zogen, oder von Menschen, die nicht gläubig sind und dennoch die Bedeutung der christlichen Wahrheit für die Gesellschaft anerkennen, gab Hahne seinen Thesen Futter. Medienwissenschaftler Neil Postman oder die Philosophen der Frankfurter Schule Horkheimer und Habermas wurde ebenso zitiert wie der Widerstandskämpfer Helmuth James Graf von Moltke oder Matthias Claudius. Auch Vergebung sei in der Wahrheit begründet.

Der katholische Kreisdechant Johannes Broxtermann lag gar nicht so falsch, als er in seinem Grußwort meinte: „Ich vermute, dass Peter Hahne so ähnlich redet wie der Papst, zumindest was den Wahrheitsbegriff angeht.“ Für die musikalische Gestaltung des Abends sorgten das Akkordeonorchester der Musikschule Lüdenscheid und der Frauenchor Cantabile. ▪ gör

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