„Wir bauen Strukturen“

Hannelore Kraft bei Wahlkampfauftritt in Lüdenscheid

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Gestern Abend im Kulturhaus: Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und die heimischen SPD-Landtagsabgeordneten in Wahlkampf-Endspurt-Stimmung. - Fotos: Cédric Nougrigat

Lüdenscheid - Sie ist routiniert, sie ist kampferprobt, sie spricht Klartext mit Ruhrpott-Kolorit. Und sie weiß, was ihre Zuhörer hören wollen: „Ich finde Lüdenscheid schön“, sagte NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft am Montag unter anderem.

Auch so etwas interessiert die Menschen vor Ort – abseits von Zahlen, Fakten, politischen Sticheleien in Richtung des Mitbewerbers und der Lobrede auf SPD-Errungenschaften.

Mehr als 250 Zuhörer waren abends ins Kulturhaus gekommen. Sie hörten einen routinierten Wahlkampfauftritt mit Stichworten von Ärzteversorgung auf dem Land bis zur Zukunftsangst der Menschen. Was die vor allem interessierte, kam zum Schluss zur Sprache, auf Kärtchen mit Fragen der Zuhörer. Und das waren viele, wie die Regierungschefin mit Blick auf den Stapel feststellte.

Bildung bewegt die Besucher

Zu ihrer Überraschung stand nicht die Sicherheit obenan, sondern die Bildung. Warum man an G8 weiter festhalte, wollte ein Fragesteller wissen. Tue man nicht, betonte Kraft. Wenn es nach ihnen ginge, solle künftig jeder Gymnasiast entscheiden können, ober er G 8 oder G 9 absolvieren möchte. „Das ist unser Konzept.“ Zugleich riet sie zur „Vorsicht bei dieser Initiative, die gerade Unterschriften sammelt. Die haben ganz andere Ziele.“

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft im Lüdenscheider Kulturhaus

Das Konzept für den Abend war zunächst, den Landtagsabgeordneten eine Bühne zu geben. Welchen Einfluss ihre Praktika in Betrieben und Geschäften auf ihre Politik hätten, wollte Hannelore Kraft wissen, die selbst moderierte. Und wo ihr die Rückschlüsse beim Thema Förderschulen, Tafeln oder Nachwuchs im Handwerk nicht weit, nicht tief genug gingen, übernahm sie kurzerhand – und oft. „Andere bauen Philharmonien oder Flughäfen, wir bauen Strukturen“, betonte sie zum Beispiel.

Stadtteilentwicklung in „No-Go-Areas“

Das geschehe bei der Infrastruktur, durch Zerschlagung des organisierten Verbrechens und Stadtteilentwicklung in den so genannten „No-Go-Areas“ des Ruhrgebietes, mit mehr Personal für Polizei und Justiz oder mit der Forderung nach gebührenfreier Bildung für alle. Der Vorwurf, das diene auch Reichen, stimme: „Aber da sorgen wir für Steuergerechtigkeit; die kriegen wir alle an die Hammelbeine.“

So etwas wie die Regionale diene der Struktur vor Ort. Dass der Zuschlag erneut in diese starke Wirtschaftsregion gegangen sei, sei nicht selbstverständlich: „Aber Euer Antrag war so gut, da konnten wir gar nicht dran vorbei.“ Für viele eine richtige, wichtige Entscheidung.

Nicht alles richtig oder falsch gemacht

„Wir machen nicht immer alles richtig. Aber wir haben auch nicht alles falsch gemacht“, stellte sie am Ende des Stichworte-Schnelldurchgangs fest. Ob das reicht, wird sich am 14. Mai zeigen. Denn wie sagte Gordan Dudas (MdL) zu Beginn: „Ja, die Stimmung ist derzeit gut. Aber Stimmungen sind noch keine Stimmen.“

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