Wahlkampf: SPD schimpft über „unfairen CDU-Stil“

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Die Mitglieder der Jungen Union haben das Konterfei von Bernd Schulte einfach über die Wahlplakate anderer Parteien getackert. An der Werdohler Straße war das Schulte-Plakat aber nicht besonders fest angebracht. ▪

LÜDENSCHEID ▪ „Rund 50 Prozent unserer Plakattafeln sind am Montag von der CDU überklebt und übertackert worden,“ ärgert sich die SPD-Stadtverbandsvorsitzende Karin Löhr.

Gordan Dudas strahlte den Lüdenscheidern am Montagmorgen von zahlreichen Wahlplakaten entgegen – gestern hatte sich der SPD-Landtagskandidat in einigen Straßenzügen scheinbar über Nacht in den Christdemokraten Bernd Schulte verwandelt. Das ärgert Karin Löhr mächtig. „Wildes Kleben ist ein unfairer Stil“, schimpft die SPD-Stadtverbandsvorsitzende.

Löhr: "Missstand unverzüglich beheben"

Nach einer „Wahlkampfkrisensitzung“ der SPD hat sich Löhr gestern schriftlich an den CDU-Stadtverband gewandt, und gefordert „diesen Missstand unverzüglich zu beheben“ – und zwar bis spätestens heute um 17 Uhr. Löhr appelliert an die CDU: „Wahren Sie die Grundsätze einer fairen und demokratischen Auseinandersetzung, wie das in einem Wahlkampf auch Regel sein sollte.“

Dass es keine Absicht war, diese Regel zu verletzen, beteuert CDU-Fraktionsmitglied Ursula Meyer: „Es war ein Versehen. Wir haben sofort damit begonnen, den Schaden zu beheben.“ Mitglieder der Jungen Union hätten die Plakatierung vorgenommen. „Natürlich waren sie mit einer Liste und Fotos der entsprechenden Plakatständer ausgestattet, aber sie haben diese wohl falsch interpretiert“, stellt Meyer fest.

Meyer: "Das tut mir sehr leid"

In einigen Straßen, wo an einer Laterne gleich zwei Plakatständer befestigt sind, hätten die Christdemokraten jeweils einen belegen dürfen. Die Junge Union hat das Konterfei von Bernd Schulte gleich auf beide Ständer ge-tackert – auch über Plakate der Grünen und der FDP. Meyer: „Das tut mir sehr leid, aber ich stelle mich auch vor die jungen Leute.“ Bernd Schulte betont: „Ich beanspruche nichts, was mir nicht zusteht. Die irrtümlich belegten Plakatständer werden noch heute wieder freigemacht.“ - cwi

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