Wahlen sorgen für Schlafdefizit

Angela Freimuth (FDP) ist zurzeit an allen politischen Fronten unterwegs.

LÜDENSCHEID - Den 9. Juni 2010 wird Angela Freimuth ganz in bleibender Erinnerung behalten. Sie wurde in der konstituierenden Sitzung des Düsseldorfer Landtags, dem sie als geschäftsführende stellvertretende Präsidentin vorläufig weiter vorsteht, erneut als Abgeordnete verpflichtet.

„Das habe ich als etwas sehr Berührendes empfunden, die Ehre und die Verantwortung sind mir dabei wieder sehr bewusst geworden.“ Ihre Fraktion wählte sie gestern zudem zur Wahlfrau der NRW-FDP für die Bundespräsidentenwahl am 30. Juni. Und als Mitglied der Sondierungsdelegation der Liberalen hatte die stellvertretende FDP-Landesvorsitzende am Abend zuvor an der Seite von Andreas Pinkwart siebeneinhalb Stunden mit der SPD-Landeschefin Hannelore Kraft und Sylvia Löhrmann von den Grünen um die Frage verhandelt, ob das Land möglicherweise von einer Ampelkoalition regiert wird. „Gegen Mitternacht war ich zuhause, mein Schlafdefizit nimmt allmählich wirklich Formen an“, schmunzelte die Lüdenscheiderin im Gespräch mit unserer Zeitung.

Den ereignisreichen Tagen werden weitere folgen. Heute wird erneut um die Ampel verhandelt, denn bis 23. Juni, dem Tag der Wahl des Ministerpräsidenten, soll die neue Landesregierung stehen. Das gilt auch für das künftige Landtags-Präsidium, für das Freimuth erneut nominiert worden ist. Eine Woche später geht es dann nach Berlin.

Das erste Ampel-Gespräch beschrieb sie als sehr sachbezogen: „Das Klima war gut, es wurden von allen Seiten interessierte Fragen gestellt.“ Am Freitag soll im FDP-Landesvorstand eine erste Bilanz gezogen werden.

Zur Bundespräsidentenwahl: Anders als ihr Lüdenscheider Landtagskollege Gordan Dudas, der sich jetzt erstmals Mitglied des Landtags (MdL) nennen darf und als Ersatzmann für die NRW-SPD ebenfalls nach Berlin fahren wird, war Angela Freimuth bei der Wiederwahl Horst Köhlers am 23. Mai 2009 in der Bundesversammlung schon einmal wahlberechtigt. Ob sie diesmal Christian Wulff (CDU), den DDR-Bürgerrechtler Joachim Gauck oder die Linken-Kandidatin Luc Jochimsen wählen wird, verrät sie nicht – anders als Dudas, der sich offen zu Gauck bekennt. Sie sagt nur soviel: „Mit Wulff und Gauck stehen hervorragende Persönlichkeiten zur Wahl für das höchste Staatsamt, und das ist ein Glück.“

Am Tag vor der Wahl werde die FDP alle Wahlmänner und -frauen zusammenrufen, um zu sondieren, ob es gegen Wulff als Vorschlag des Bundesvorstandes Einwände gibt. „Das war schon beim letzten Mal eine sehr offene Diskussion“, berichtet Freimuth. Kontrolliert oder gar „gegauckt“ fühlt sie sich dadurch nicht. „Es ist letztlich eine geheime Wahl, bei der man nur seinem Gewissen verpflichtet ist. Beim letzten Mal hat eine Kollegin auch deutlich erklärt, für Gesine Schwan stimmen zu wollen. So etwas ist nur fair. Ich halte auch die Kandidatur Gauck für exzellent, was aber nicht heißen muss, dass man sich auch so entscheidet.“

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