Wahlbeteiligung sinkt weiter: 54,2 Prozent

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Für Gordan Dudas (SPD, rechts) beginnt nun ein neuer Abschnitt in Düsseldorf: „Super“, freute er sich. Bernd Schulte (CDU-MdL) zeigte sich als fairer Verlierer: „Hoffe, was bewegt zu haben.“ Dass sein Listenplatz zieht, hält er für „sehr unwahrscheinlich“. ▪

LÜDENSCHEID ▪ Das Ergebnis war für die CDU so ernüchternd wie die Atmosphäre im Telekomhaus, wo gestern Abend eine trockene Präsentation der Zahlen für einige wenige Interessierte die bislang noch gewohnten Wahlpartys im Rathaus ersetzte – der Sparzwang hat viele Gesichter.

Nur noch 36,8 Prozent der Stimmen (2005: 44,3) konnte die CDU in Lüdenscheid gewinnen. Bernd Schulte glaubte nicht, dass es im Wahlkreis für ihn reicht: „Die nächste Legislaturperiode findet ohne mich statt.“ Strahlender Sieger war die SPD in Gestalt von Gordan Dudas, die sich auf 42,4 Prozent (2005: 37,1) steigern konnte. Er feierte ausgelassen bei „Hulda“: „Dass das so klar wird, hätte ich nicht gedacht. Einfach klasse.“ Bündnis 90/Grüne kamen auf 7,4 Prozent (2005: 4,6), die FDP auf 6,5 Prozent (2005: 7,7), die Linke auf 4,9 Prozent (2005: 0,8) und die Rentner auf 2,0 Prozent (2005: 0,0). Die Wahlbeteiligung lag bei 54,2 Prozent (2005: 57,7).

Kurz nach 20 Uhr lagen die Ergebnisse von 93 der 95 Lüdenscheider Stimmbezirke vor; die Auszählung in der Kita Oeneking und der Turnhalle Grünewald sollte sich bis nach 22 Uhr hinziehen. Zwischenzeitlich schickte man aus dem Rathaus gar ein „mobiles Stimmenauszählkommando“ in die beiden Wahllokale, um endlich zum Endergebnis – bei einem fehlten die Bürgerentscheid-Zahlen, beim anderen die Wahl-Zahlen –  zu kommen. Bürgermeister Dieter Dzewas drückte schon früh – aus Sicht der Stadt – sein ausdrückliches Bedauern über Schultes Abschneiden und womöglich Ausscheiden aus: „Man kann eigentlich nicht genug Landtagsabgeordnete in Düsseldorf haben. Die Drähte, die man dahin braucht, sind vielfältig.“

CDU-Fraktionschef Oliver Fröhling zeigte sich enttäuscht: „Schulte hat 15 Jahre gute Arbeit gemacht für Lüdenscheid. Es ist sehr bedauerlich, dass hier nicht die Kompetenz gesiegt hat, sonder der, der mehr gelächelt hat.“ Ob die Landesliste bis Platz 16 „zieht“ und Schulte doch wieder in den Landtag kommen könnte, wagte er nicht vorauszusagen: „Es könnte eng werden.“ Nur durch das deutliche „Nein“ zum Mehrgenerationenplatz zeigte er sich mit dem Tag versöhnt: „Wenigstens ’was.“ Zum Feiern reichte das nicht, „nur noch für ein Bier“.

Im Wechselbad der Gefühle befanden sich derweil die Grünen: Platz abgelehnt, aber ein beachtliches Ergebnis für ihren Kandidaten Geza Lang – für Tanja Tschöke und ihre Fraktion war das zumindest ein Erfolg. FDP-Fraktionschef Jens Holzrichter war „gefasst“. Angesichts der Landeshochrechnung war der weitere Abend für Bürgermeister Dzewas vor allem eines: „Spannend, spannend. Die sollten vielleicht mal bei uns anrufen und hören, wie Ampeln funktionieren.“

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