Spannende Stichwahl in Lüdenscheid

Wagemeyer und Weiland: Zwei auf der „Mission Bürgermeister“

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Im Duell: Christoph Weiland, Bürgermeister-Kandidat der CDU (links), und Sebastian Wagemeyer, Bürgermeisterkandidat der SPD.

Lüdenscheid – Die Enttäuschung über den knapp verpassten Sieg im ersten Wahlgang bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag währte nur kurz, schon am Montag schaltete SPD-Kandidat Sebastian Wagemeyer wieder in den Wahlkampfmodus.

„Wir werden bei der Stichwahl um jede Stimme kämpfen“, sagte der 43-jährige Schulleiter des Zeppelin-Gymnasiums. Gestern informierte er zunächst sein Kollegium, die Schüler sowie die Eltern darüber, dass er bis zum 25. September Sonderurlaub genommen hat, um sich voll und ganz auf die Mission Bürgermeister zu konzentrieren. Die Entscheidung fällt am Sonntag, 27. September, in der Stichwahl gegen Christoph Weiland von der CDU. 

46,77 Prozent – insgesamt 10.625 Stimmen – erhielt der SPD-Kandidat bei der Wahl am Sonntag. Gerade einmal 734 Stimmen fehlten ihm bis zur absoluten Mehrheit, die die Stichwahl überflüssig gemacht hätte. Wagemeyer geht daher als klarer Favorit ins Rennen um Nachfolge des scheidenden Bürgermeisters Dieter Dzewas. 

Auf seinem Vorsprung ausruhen will sich der Familienvater jedoch nicht. „Ich werde in den nächsten anderthalb Wochen sehr aktiv in die Wahlkreise hineingehen und viele Gespräche führen“, kündigt Wagemeyer an. Inhaltlich werde er noch das eine oder andere Ausrufezeichen setzen, ansonsten werde man die Kampagne „Lüdenscheid. Mein Zuhause“ weiterführen. 

Der Erfolg in der Stichwahl hänge aber maßgeblich davon ab, „ob es uns gelingt, dass diejenigen, die mir beim ersten Wahlgang ihre Stimme gegeben haben, auch am 27. September wieder zur Wahl gehen“, glaubt der SPD-Kandidat. Man werde die eigenen Anhänger auch noch einmal explizit auf die Briefwahlmöglichkeiten hinweisen. 

Die meisten Briefwähler erhalten die Wahlscheine für die Stichwahl automatisch zugesandt, die Hürden, erneut zu wählen sind somit deutlich geringer. Bei der Briefwahl hatte CDU-Kandidat Christoph Weiland schon bei der Wahl am vergangenen Sonntag deutlich besser abgeschnitten als im Wahllokal. 

In acht von 23 Briefwahlstimmbezirken lag Weiland sogar vorne. In den Wahllokalen trug Sebastian Wagemeyer dagegen reihenweise – in 52 von 54 Stimmbezirken – den Sieg davon. Wie groß das Potenzial bei den Briefwählern ist, zeigt noch eine andere Zahl: Bei der Ratswahl holte die CDU sogar 18 von 23 Briefwahlstimmbezirken, in den Wahllokalen dagegen nur 15 von 54 Stimmbezirken. 

Mit anderen Worten: CDU und CDU-Kandidat profitierten von der corona-bedingt höheren Zahl der Briefwähler. Entsprechend zuversichtlich geht CDU-Kandidat Christoph Weiland in die Stichwahl.

„Ich will bis zum 27. September mit möglichst vielen Menschen in Kontakt kommen. Wir planen Aktionen in allen Stadtteilen“, sagt Weiland, der in dieser Woche noch arbeiten muss und in der kommenden Woche Urlaub nimmt. Es gehe darum, die Stammwähler ein zweites Mal zu aktivieren. 

Der Vertriebsleiter eines mittelständischen Unternehmens hofft aber auch auf die Lüdenscheider, die am Sonntag dem FDP-Kandidaten Jens Holzrichter ihre Stimme gaben. Er stehe für einen Politikwechsel, wiederholt Christoph Weiland daher derzeit mantraartig – und hofft, damit die entscheidenden Punkte zu machen. 

2.475 Stimmen (10,9 Prozent) holte FDP-Kandidat Holzrichter am Sonntag. Insgesamt 2.518 Stimmen müsste Weiland gegenüber Wagemeyer aufholen. Für den CDU-Kandidaten nicht aussichtslos: „Wir haben schon gegenüber dem letzten Wahlergebnis von Dieter Dzewas 2014 27 Prozent aufgeholt. Da wollen wir den letzten Schritt auch noch gehen.“

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