Wäscheleine statt Wäschetrockner: Warnung vor Kaffeefahrten

LÜDENSCHEID ▪ Magdalena Ermert erinnert sich: Da kam ein Ehepaar in ihre Verbraucherberatungsstelle und erzählte empört von einer Kaffeefahrt per Bus. Versprochen worden war den „Gewinnern“ ein Wäschetrockner. Ausgehändigt wurde ihnen eine Wäscheleine...

Wegen solcher und ähnlicher Machenschaften haben die Verbraucherzentrale und das Landeskriminalamt (LKA) einen Kooperationsvertrag geschlossen. Kostenlose Broschüren und Ratschläge gibt es ab sofort in der Beratungsstelle an der Altenaer Straße 5.

Wer nicht nur die enttäuschende Wäscheleine mitgebracht sondern bei der Kaffeefahrt unnützen Kram überteuert gekauft hat, fühlt sich zu Recht abgezockt. „Die meisten Opfer gehen ja gar nicht zur Polizei, die kommen zu uns“, sagt Magdalena Ermert. Die Leute schämten sich oft für ihre Leichtgläubigkeit und versuchten, ihr Geld wiederzubekommen.

„Auf keinen Fall sollten Teilnehmer einer solchen Fahrt sich bei einer Veranstaltung im Hinterzimmer dazu verleiten lassen, etwas zu unterschreiben oder gleich das Portemonnaie zu zücken.“ Das Geld sei dann oft weg, auch wenn der Kaufvertrag hinterher widerrufen werde. Bei den Veranstaltern handele es sich um „versierte Verkäufer, die nach der Bustour auf Nimmerwiedersehen verschwinden“.

Die Verbraucherberatung und die Polizei geben hilfreiche Tipps, mit denen zumeist betagte Adressaten vermeintlicher Hauptgewinne gegen unseriöse Verkaufsstrategien vorgehen können. Preiswerten Touren mit vielen Extras sollte man misstrauisch begegnen und vor einer Anmeldung besonders das Kleingedruckte aufmerksam lesen. Bei Ungereimtheiten sollten Angehörige, Betreuer oder der Verbraucherberatung gefragt werden. „Im Zweifel sollten Interessenten besser zu Hause bleiben“, mein Magdalena Ermert.

Gäste einer Verkaufsveranstaltung können zum Kauf nicht gezwungen werden und sich während der Warenpräsentation durchaus absetzen und bis zur Rückfahrt etwas anderes unternehmen, heißt es weiter. „Sie haben dennoch einen Anspruch auf sämtliche Leistungen – etwa Verpflegung und Rücktransport –, die sie gebucht und bezahlt haben.“ Im Zweifel sollten die Adresse des Veranstaltungsortes und die Namen von Zeugen notiert werden.

Unterschrift und Anzahlung sollten Tabu sei. Sinnvoller sei es, so Ermert, Kaufvertrag und Werbematerial mitzunehmen um in Ruhe prüfen und vergleichen zu können. Käufer sollten bei der Aushändigung eines Vertrages zudem auf das Datum achten. „Unseriöse Anbieter versuchen oft, das 14-tägige Widerrufsrecht durch Zurückdatierung auszuhebeln.“

Weitere Auskünfte zu dubios erscheinenden Bustouren gibt es in der Beratungsstelle und im Internet unter http://www.vz-nrz.de/kaffeefahrten sowie unter http://www.polizei-beratung.de.

omo

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