Voß: Jahnplatz-Gelder in Sportbauten stecken

LÜDENSCHEID ▪ Wofür sollen die Konjunkturgelder, die nach dem Bürgerentscheid gegen den Mehrgenerationen-Spielplatz für andere Zwecke zur Verfügung stehen, ausgegeben werden?

Neue konkrete Vorschläge gab es am Mittwoch vom Stadtsportverband. Vorstandsprecher Jens Voß erklärte: „Wir haben uns im Rahmen einer turnusmäßigen Vorstandssitzung am Dienstag überlegt, zusätzlich Mittel in den Lüdenscheider Sport zu stecken.“ Voß nannte vier Projekte: die Fassadensanierung am Jugendraum Nattenberg (rund 90 000 Euro), das Ersetzen der Glasbausteine durch Industriebausteine an der Sporthalle der Richard-Schirrmann-Realschule (rund 53 000 Euro), zusätzlich rund 100 000 Euro für die drei neuen Kunstrasenplätze, etwa für Ballfangzäune und Kleinspielfelder, sowie die Modernisierung des Verkaufsstands bei Sportveranstaltungen im Foyer der BGL-Sporthalle.

Umzug des KSB in Umkleide weiter gewünscht

Die Grünen, von denen die Idee für den Mehrgenerationenplatz stammte, wünschen sich weiter den Umzug des Kinderschutzbundes Lüdenscheid (KSB) in die Jahnplatz-Umkleide. Und: „Die Asche-Brache dort sollte zu Gunsten einer freien Spielfläche wegkommen. Es gibt dafür Ideen und Anregungen, und es sind Gespräche mit der Bürgerinitiative geplant“, erklärte Fraktionssprecherin Tanja Tschöke. Dass man den Bürgerentscheid damit übergehe und durch die kalte Küche doch noch den Familienplatz einrichten wolle, „stimmt nicht“, wandte sie sich gegen jüngste Vorwürfe des CDU-Fraktionsvorsitzenden Oliver Fröhling. Er hatte bekanntlich die Beachtung des Bürgerwillens nach dem klaren Entscheid angemahnt.

Tschöke räumte ein, das Nein der Bürger sei gerade für die Grünen „eine Niederlage“ gewesen. Obendrein habe man sich ungewohnten Position wiedergefunden, eine Bürgerinitiative gegen sich zu haben. „Das brauchen wir nicht nochmal“, man suche jetzt den Konsens. Richtig sei aber auch: „Die Leute waren nach unserer Erfahrung überwiegend nicht gegen einen Spielplatz, sondern gegen den beabsichtigten Aufwand in Zeiten des Nothaushalts.“

Grüne lehnen Wohnbebauung ab

Den Vorschlag, dort nun Wohnhäuser zu bauen, lehnen die Grünen jedenfalls ab: „Das Gelände ist nicht erschlossen, das würde teuer für die Stadt. Außerdem gibt es andere Bereiche, für die Wohnungsbau diskutiert wird – bei fehlender Nachfrage.“

Diane Owen, eine der Sprecherinnen der Initiative, reagierte auf Anfrage zurückhaltend auf die Idee der Herrichtung einer Spielwiese rund um ein neues Kinderschützer-Domizil. Erst sollte die Vermarktung des Areals für Wohnbebauung geprüft werden: „Das brächte der Stadt Einnahmen.“ - ku/hgm

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