Sparkasse: „Staffelübergabe“ vor 400 Gästen

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Beschrieb die Demografie als Herausforderung: Dr. Rolf Gerlach, Präsident des Sparkassenverbands Westfalen-Lippe.

LÜDENSCHEID - „Meine Frau wurde zuletzt öfter gefragt: Na, haben Sie ihn denn schon zuhause?“, schmunzelte Udo Lütteken, noch bis Silvester Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Lüdenscheid. 400 Gäste im Kulturhaus schmunzelten mit.

Lange muss seine Gattin indes nicht mehr auf ihn warten: Am Dienstagabend überreichte Lütteken schon mal den Staffelstab an seinen Nachfolger und langjährigen Vorstandskollegen Klaus Erger und dessen Team.

Interessiert und amüsiert: Rund 400 Kunden und Beschäftigte der Sparkasse Lüdenscheid bildeten im Kulturhaus den Rahmen der Staffelübergabe des bisherigen Vorstands an den neuen.

Der mit gut 25 Amtsjahren dienstälteste Sparkassen-Vorstandschef in Westfalen-Lippe, der für seine Leistungen von allen Seiten mit Lob überschüttet wurde, machte gleichwohl deutlich, dass Lüdenscheid mehr zu bieten hat als die Arbeit: „Golf kann man hier im Sommer spielen, die Wälder bieten Gelegenheit zur Jagd, die Landschaft ist wunderschön zum Spazierengehen. Soll ich mich da nach meinem Büro in der Sparkasse sehnen? Nee, ganz bestimmt nicht!“

Auch Lothar Kiera, der das bisherige Vorstandstrio komplettiert hatte und seit Ende September im Ruhestand ist, trat im Kulturhaus nach eigenen Worten „buchstäblich von der Bühne ab“.

Die hatte Moderator und Verwaltungsratsvorsitzender Oliver Fröhling indes auch den neuen Vorständen bereitet: Klaus Erger (59), der vom Junior im alten Vorstand nach 20,5 Jahren unversehens zum Senior aufrückt, Thorsten Haering (42) aus Radevormwald, der seit Oktober bereits Vorstandsmitglied ist, und Markus Hacke (43), der im Januar den Aufstieg vom Azubi der Sparkasse Lüdenscheid zum Vorstand vollendet. Damit, sagte Fröhling, stehe dieser sorgfältig ausgewählte Vorstand für Kontinuität wie für frischen Wind.

Launige Abschiedsvorstellung: Udo Lütteken und Lothar Kiera hinterlassen dem vielen Lob zufolge ein wohlbestelltes Haus.

Doch ungeachtet aller Prominenz an diesem Abend, zu der Fröhling Landrat Thomas Gemke, die Bürgermeister von Lüdenscheid, Halver, Schalksmühle und Herscheid sowie Abgeordnete aus Bundes- und Landtag zählte, seien die wichtigsten Gäste des Abends – die Kunden: „Ohne Sie, die uns seit langen Jahren die Treue halten, gäbe es die Sparkasse nicht.“ Und launig erklärte Fröhling den ungeachtet des Schnees auch von weit her angereisten Gästen den Unterschied zwischen Winter und Sommer in Lüdenscheid: „Im Sommer frieren uns die Pfützen nicht zu.“

Dass es die Sparkassen nach 200-jähriger Geschichte auch noch weitere 200 Jahre geben wird, davon zeigte sich mit dem Westfälisch-Lippischen Verbandspräsidenten Dr. Rolf Gerlach der Redner des Abends überzeugt: „Denn wir opfern die Tradition nicht der Innovation, und die Innovation nicht der Tradition.“

Die Herausforderungen, denen sich indes auch der neue Lüdenscheider Vorstand zu stellen habe, sieht Gerlach in der Demografie und dem technischen Fortschritt, aktuell dem „berührungslosen Bezahlen“ per Smartphone.

Weniger junge Menschen bedeuteten einen Rückgang der Kreditaufnahmen, mehr ältere Kunden dafür mehr anzulegendes Vermögen. Weil sich die Bevölkerungsentwicklung von Ort zu Ort unterscheide, müsse jede Sparkasse eigene Lösungen dazu entwickeln. Ein Problem wird es laut Gerlach indes allerorten, qualifiziertes junges Personal zu finden.

Dieses Personal, das sich in Lüdenscheid bereitwillig fortbilde, macht Lütteken indes Mut für die Zukunft: „Wenn ich auf eines stolz bin, dann darauf“, erklärte Lütteken. Und zitierte einen Toyota-Chef, der auf die Frage nach dem Erfolg antwortete: „Wir nehmen unsere Mitarbeiter ernst.“ Als der Journalist dann nachhakte und das „wirkliche Geheimnis“ hören wollte, wiederholte der Unternehmer stur diesen Satz. - hgm

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