Vorsätze sind nicht so wichtig

Brigitte Nachtrodt-Sanders hält nichts von Vorsätzen für das Neue Jahr

LÜDENSCHEID - Mit den guten Vorsätzen fürs neue Jahr ist das so eine Sache: Sie werden fast genauso gerne wieder verworfen wie zu Silvester beschlossen.

Demzufolge war es nicht verwunderlich, dass bei unserer kleinen, nicht repräsentativen Umfrage viele Lüdenscheider spontan ähnlich wie Brigitte Nachtrodt-Sanders antworteten: „Ich habe keine Vorsätze, da halte ich mich eh nicht dran.“ Es ist zwar kein Vorsatz, aber ganz oben auf der Wunschliste für 2013 steht bei allen Lüdenscheidern eins: Die Gesundheit.

Eine Gruppe von Kindern und Jugendlichen entwickelte richtig Spaß daran, Ideen zu entwerfen, was sie sich für das neue Jahr vornehmen könnten. So sagte Dennis zum Beispiel, dass erkünftig jeden Sonntag sein Zimmer aufräumen möchte. Und Michelle nahm sich vor, sich „oft genug zu wehren“, wenn sie wieder geärgert wird. Romina möchte mehr Sport treiben und Sarah wünscht sich „viel Glück und Gesundheit.“

Und doch auch der eine oder andere Erwachsene hat seine Vorsätze fürs nächste Jahr – Abnehmen, mehr Sport und Bewegung waren dabei häufiger zu hören. Das sagte zum Beispiel Marion Labs und griff gerne noch als „Anti-Stress-Rezept“ auf: „Öfter mal nein sagen zu können.“ Ihr Mann Gero hat einen sehr konkreten Vorsatz: Er möchte nach längerer Pause einfach mal wieder einen Gesundheits-Check-up machen lassen. Annegret und Gernold Gehenio wollen schlicht abnehmen. Konkrete Ziele setzen sich Olaf Shcmidt und sein Sohn Till: Der Vater möchte „ein bisschen mehr Stress beim Beruf rausnehmen“, und der Sohn will an seiner Kondition arbeiten. Gerade am Morgen vor unserer Umfrage haben sich Jörg und Daniela Günther vorgenommen, sich mehr Zeit füreiander zu nehmen und die zeit fürs büro und fürs Privat zu trennen. Jörg Günther möchte außerdem „entrümpeln und ausmisten – in jeder Hinsicht.“

Jutta Hellmann, bekannt für ihr christliches Engagement, setzt sich ein anderes Ziel: „Mittendrin sein und die Herausforderungen des Allttags und der Zeit mutig anzunehmen.“

Grundsätzlich provozierte die Frage nach den Vorsätzen für 2013 vor allem dazu, Wünsche zu äußern – ganz vorne eben den nach Gesundheit, für sich selbst und für die Familie. So sagte Margarete Schallenberger beispielsweise, dass sie sich wünscht, „dass ich gesund bleibe und meinen Mann weiter pflegen kann.“ Auch für Rolf Hohlfeld, ein Urgestein unter den Lüdenscheider Markthändlern, ist die Gesundheit am wichtigsten – und, „dass die Geschäfte laufen.“ Für Manfred Glockner steht neben der Gesundheit der Wunsch, dass es in Europa friedlich bleibt, ganz oben auf der Liste.

Auffällig war auch die Zufriedenheit, die sich in den Gesprächen zeigte – wird den Lüdenscheidern doch allzugerne ein gewisser Hang zu Nörgelei und Unzufriedenheit nachgesagt. Denn ein vielfach geäußerter Wunsch war der, dass „alles so bleibt wie es ist.“ Das sagte zum Beispiel Eva Fialova, die dabei an ihre Familie dachte – und spontan als Vorsatz hinzufügte: „Wenn ich etwas abnehmen könnte, dann gerne.“ Auch Hartmuth Veith stellte wie viele andere die Familie oben an: „Gesundheit und dass alles so bleibt, wie es ist, das ist das Wichtigste.“ Monika und Günter Jung sehen das ähnlich: „So lange man Arbeit hat, kann man so zufrieden sein, wie es ist.“ Ein bisschen spiegelt sich vielleicht auch Sorge in solchen Aussagen – denn das neue Jahr soll auf keinen Fall schlechter werden als das alte, das sagen nicht nur die Jungs. nur ganz selten war zu hören: „Es kann nur besser werden.“

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