Vorerst keine Schulsozialarbeit mehr an Gymnasien

Lüdenscheid - „Niemand in der Verwaltung hat die Sinnhaftigkeit der Schulsozialarbeit in Frage gestellt. Aber im Rahmen der Mangelverwaltung ist der vorliegende Vorschlag für uns am vertretbarsten. Deshalb werbe ich um Verständnis.“ Mit diesen Worten läutete Bürgermeister Dieter Dzewas am Dienstagabend die Diskussion um die Streichung einer halben Stelle für Schulsozialarbeit an den drei Lüdenscheider Gymnasien ein.

Letztlich stimmten die Mitglieder des Schul- und Sportausschusses sowie des Kuratoriums des Zeppelin-Gymnasiums in ihrer Sitzung dem Verwaltungsvorschlag zu. Der Antrag der CDU, die Stelle zu erhalten, wurde mehrheitlich abgelehnt.

Vorangegangen war eine emotionale Diskussion, in der zeitweise auch Dinge auf den Tisch kamen, die mit der ursprünglichen Idee der Schulsozialarbeit nichts mehr zu tun hatten. Zuvor hatten Vertreter des BGL noch einmal für den Erhalt der Stelle an den Gymnasien geworben, weil sie nicht zuletzt auch im Zuge der Inklusion und Integration zunehmend an Bedeutung gewinne: „Die Schulsozialarbeiterin hält uns den Rücken frei für unsere Kernarbeit“, so Schulleiter Dieter Utsch. Doch gerade die Inklusion und Integration seien Aspekte, so der Bürgermeister, die mit der Arbeit der Schulsozialarbeit formal eigentlich in keinem Zusammenhang stehen. Denn: „Diese Mittel waren Bundesmittel und dafür gedacht, einkommensschwache Eltern im Zuge des Bildungs- und Teilhabepaketes zu unterstützen“, erklärte auch Andreas Stach (Bündnis90/Die Grünen), selbst Sozialarbeiter. Diese Mittel waren befristet und seien es nun erneut. Und: „Die Schulsozialarbeit ist eine innere Schulangelegenheit und damit Sache des Landes“, so Dzewas. „Aber wir müssen für die politischen Entscheidungen anderer den Kopf hinhalten. Ich wehre mich dagegen, weitere Aufgaben von anderen übernehmen zu müssen.“

Hoffnung bestehe für die Zukunft zum einen darin, möglicherweise eine Lösung im Zuge eines neuen Integrationskonzeptes zu finden, um die Schulen in diesem Bereich zu entlasten. Zum anderen stünde auch die Möglichkeit im Raum, die Schulsozialarbeit durch gemeinsames Engagement der Schulen zu stemmen und dadurch möglicherweise zusätzliche Mittel zu bekommen.

In getrennten Abstimmung sprachen sich die Gremien einstimmig dafür aus, die Schulsozialarbeit mit zwei Stellen an den Grundschulen und einer Stelle an den Realschulen bis Ende 2017 fortzuführen sowie – bei einer Gegenstimme – Maßnahmen an der Friedensschule mit 19 336 Euro (vorher 30 000 Euro) zu unterstützen.

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