Vor Ort

Corona-Streife von Polizei und Ordnungsamt in der Kluse

Corona-Streife aus Polizei und Ordnungsamt beim Flugblatt-Einsatz im Hotspot-Viertel Kluse.
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Corona-Streife aus Polizei und Ordnungsamt beim Flugblatt-Einsatz im Hotspot-Viertel Kluse.

Mit einer Flugblatt-Aktion wirbt die Stadt derzeit im Corona-Hotspot-Viertel Kluse um die Beachtung von Regeln - und das in mehreren Sprachen.

Nach einer freundlichen Info-Offensive sah es nicht unbedingt aus, als am Donnerstag ein Zwölf-Personen-Tross mittags über die Kluser und zurück über die Werdohler Straße kreiste. Polizei und Ordnungsamt in voller Montur, Medienvertreter, Kamerateam – da öffnete sich manches Fenster und schloss sich die eine oder andere Tür. Am Ende war aber dann doch das Ziel erreicht: Aufmerksamkeit geweckt, Bewusstsein geschärft, Flugblätter verteilt. Deutsch, griechisch, türkisch, kurdisch. Arabisch, sagt Stadtsprecherin Marit Schulte, folge. „Die Flugblätter legen wir täglich nach“, beschließt Frank Ruffer (Ordnungsamt) spontan. „Dann halten wir auch den Kontakt.“ Flagge zeigen im aktuellen Hotspot, so lautet die Devise. Er fahre hier täglich längs, sagt Ruffer: „Mir ist positiv aufgefallen, dass die überwiegende Zahl die Maske aufhat.“

„Da kann ich ja gleich die Maske wieder abnehmen, wenn die wieder weg sind“, posaunt eine Frau mit gut gefüllten Netto-Tüten dumm-dreist über die Straße. Zurück kommen Kopfschütteln und ein kurzer Hinweis. Nächste Ecke, nächstes Gespräch: Der Bezirksbeamte kennt sein Gegenüber. Es gibt nichts zu meckern wegen der Maske, aber trotzdem etwas zu tun: Der Mann zückt einen Brief, den er nicht versteht. Der Polizist hilft.

Der Tross zieht schon mal weiter, sammelt sich vor der Metzgerei von Mustafa Kagba. Die Mitarbeiterin der Ordnungsamtsstreife grüßt und reicht ein paar Flugblätter hinein. Der Metzger ist freundlich, jagt das hinterherdrängende Filmteam aber gleich wieder hinaus: „Hier kommen keine zwei Leute ‘rein“, sagt er bestimmt. „Corona-Zeiten. Schwierig“, fügt er fast entschuldigend hinzu. Nebenan tritt ein Paar aus der Haustür, rückt die Masken zurecht. „Darf ich fragen, was hier los ist“, sagt der Mann. Darf er. Im Viertel bleibt kaum etwas unbemerkt.

Joggen mit Maske

Gegenüber stellen sich die Polizisten einem jungen Jogger in den Weg. Der ist ohne Maske unterwegs – damit er leichter Luft bekomme, erklärt er. Tatsächlich findet er in den Tiefen seiner Hosentaschen noch eine Maske. Siehe da: Joggen geht auch mit Maske ganz flott. Wär’s keine Werbetour, wären 50 Euro fällig gewesen.

Von seinem Treppenabsatz aus hat ein Anwohner alles im Blick, sitzt ohne Maske am Tischchen. „Privater Bereich“, befindet der Bezirksbeamte. Weiter geht’s, vorbei an geschlossenen Café-Türen mit Corona-Hinweisen, Richtung Werdohler Straße. Immer im Augenwinkel: die typische Handbewegung. Die Mutter auf dem Spielplatz zieht die Maske vom Kinn hoch zur Nase, die beiden Fußgänger ebenso. Das Wettbüro in der Kino-Kurve hat geöffnet. „Nur wer mitspielt, ist mittendrin“, lautet der Spruch am Fenster. Aber mittendrin ist nicht erwünscht im Moment. Also kommen auch hier ein paar Flugblätter auf die Theke.

„Spätnachmittags ist eigentlich die bessere Zeit“, merkt Kluse-Aktivistin Jutta Hellmann noch an. „Jetzt ist es wie ausgestorben.“ Neben dieser Erkenntnis nimmt Frank Ruffer noch ein abgerissenes Maskenpflicht-Schild mit deutlichem Fußabdruckmuster mit zurück zum STL. „Die sind handwerklich geschickt“, sagte er: „Ein paar neue Löcher rein, dann kommt das wieder hier hin.“ Der Kreislauf geht weiter.

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