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Vor Haus im MK: Kamera springt nachts an und zeichnet unheimlichen Besucher auf

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Von: Jan Schmitz

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Mitten in der Nacht springt die Überwachungskamera vor einem Haus in Lüdenscheid an. Der Bewegungsmelder hat einen unheimlichen Besucher erfasst. Es ist nicht das erste Mal, dass vor dem Haus seltsame Dinge von der Nachtkamera aufgezeichnet werden. Der Hauseigentümer ruft die Polizei.

Lüdenscheid – „Sie sind wieder da.“ Vor drei Jahren dokumentierte der Lüdenscheider Frank Schmidt (Name geändert) mit Hilfe seiner Überwachungskamera die Masche von Autodieben, die das Keyless-Go-System seines Mercedes C63 überwinden wollten. Zwar scheiterten die Diebe, in anderen Fällen in Lüdenscheid waren sie aber erfolgreich. Am vergangenen Sonntagmorgen um 1.12 Uhr meldete Schmidts Smartphone wieder ungebetenen Besuch auf seinem Grundstück.

Auch diesmal gab es einen zeitlichen Zusammenhang mit einer Diebstahlserie in Lüdenscheid. Der Blick in den Polizeibericht offenbart fünf Aufbrüche von 3er- und 5er BMW in Lüdenscheid und Plettenberg am gesamten Wochenende. Diesmal wurden nicht die Autos entwendet, sondern Lenkräder, Navigationsgeräte, Airbags und Teile der Armatur. Die Polizei geht von Auftragsdiebstählen aus. In einem Fall wurde von den Tätern dabei das Keyless-Go-System überlistet.

Die Kamera zeichnet den nächtlichen Besucher um kurz nach 1 Uhr auf.
Die Kamera zeichnet den nächtlichen Besucher um kurz nach 1 Uhr auf. © privat

Der Unbekannte vor dem Haus von Frank Schmidt hatte es auf den dort abgestellten BMW X5 abgesehen. Den i3 daneben ignorierte der unmaskierte Mann. Die Aufnahmen der Überwachungskamera, die bei jeder Bewegung vor dem Haus anspringt, zeigen einen Mann, der von einem Autofahrer abgesetzt wird. Zwei Minuten später beginnt eine neue Aufzeichnung. Der Unbekannte in Jack-Wolfskin-Jacke und Sneaker, mit einer Narbe am kurz geschorenen Kopf geht zielgerichtet zu dem BMW-SUV und leuchtet mit der Taschenlampe hinein.

Unmaskiert nähert sich der Unbekannte der Haustür.
Unmaskiert nähert sich der Unbekannte der Haustür. © privat

Auch der Türgriff, an dem man erkennen kann, ob ein Keyless-Go-System verbaut ist, wird in Augenschein genommen. Anschließend bewegt sich der Unbekannte zur Haustür und inspiziert den Eingangsbereich. „Es hat ihn überhaupt nicht gestört, dass das Licht anging. Dieses Auftreten ist an Frechheit und Dreistigkeit nicht zu überbieten“, sagt Frank Schmidt. Er geht davon aus, dass der nächtliche Besucher zu einem Spähtrupp einer Diebesbande gehörte, der geeignete Objekte auskundschaftet. Noch in der Nacht rief Schmidt die Polizei. Die Beamten nahmen den Vorfall auf, eine Strafanzeige schrieben sie nicht, weil keine Straftat vorlag.

Die Bilder einer Überwachungskamera dokumentierten vor etwa drei Jahren einen Diebstahlversuch der Keyless-Go-Mafia.
Die Bilder einer Überwachungskamera dokumentierten vor etwa drei Jahren einen Diebstahlversuch der Keyless-Go-Mafia. © LN

Nachdem sich die Polizisten verabschiedet hatten, klebte Schmidt einen Zettel mit einer Botschaft für den Unbekannten oder einen Komplizen an seinen BMW. Darauf stand neben einem Pfeil auf die Kamera: „Guck mal nach oben, du A...“

Für Frank Schmidt ist der Gang an die Öffentlichkeit auch ein Signal an die Diebesbanden, dass man es ihnen nicht so leicht macht. Tatsächlich ging die Zahl der Fälle im Märkischen Kreis nach den Berichten über die Keyless-Go-Bande 2018 deutlich zurück. Wie Polizeisprecher Lorenz Schlotmann auf Anfrage mitteilte, wurden seit Jahresbeginn noch 42 Autos im Kreis gestohlen, nur eines davon mit Hilfe des Keyless-Go-Systems.

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