Voll des guten Weines am Steuer

LÜDENSCHEID ▪ Die freundlich lächelnde Dame im hellen Kostüm kann es irgendwie noch gar nicht fassen. Das geordnete und selbstverständlich unbescholtene Dasein der 61-jährigen Arzt-Gattin ist ein wenig durcheinandergeraten.

Das liegt an ihren falschen Entscheidungen vom 24. März. Da war sie voll des guten Weines, rammte gegen 20.20 Uhr mit dem Mitsubishi ihres Gemahls auf der Mathildenstraße ein Auto und beging Fahrerflucht. Schaden: 8121,74 Euro. Verteidiger Dirk Löber gibt sich alle Mühe, seiner nervösen Mandantin eine detaillierte Aussage zu ersparen. Aber Strafrichter Thomas Kabus will es doch etwas genauer wissen.

Also berichtet die Angeklagte stockend, sie habe mittags Besuch gehabt und Wein getrunken. Und am Abend beim Chinesen gegessen – und wieder Wein getrunken. „Und alkoholhaltige Medikamente genommen, wegen einer Erkältung“, fügt Rechtsanwalt Löber noch hinzu. Aber das ist nun auch schon egal.

Fest steht, dass die Frau etwa 1,2 Promille intus hatte, als sie am Abend noch zu einem Konzert zur Christuskirche fahren wollte. Der Mangel an Parkplätzen zwang sie auf die Mathildenstraße – und da passierte es. „Ich wollte dann nicht alleine sein“, sagt sie zum Richter. Sie habe gleich ihren Schwiegersohn angerufen. Warum sie dazu erstmal bis zur Heedfelder Straße fuhr, bleibt schleierhaft. „Bessere Lichtverhältnisse“, meint Löber. Doch statt des Schwiegersohns kam die Polizei.

Der Strafrichter verurteilt die Angeklagte zu einer Geldstrafe von 2100 Euro. Ihren Führerschein bekommt sie in sieben Monaten zurück. ▪ omo

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