Bergstädter erinnern an Opfer von Krieg und Gewalt

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Vertreter von Rat und Verwaltung der Stadt Lüdenscheid, des Volksbundes deutsche Kriegsgräberfürsorge, der AG Soldaten und Kriegsopferverbände sowie des Bundes der Vertriebenen legten gestern Kränze am Ehrenmal nieder.

LÜDENSCHEID ▪ Mit Kranzniederlegungen und Andachten gedachten die Bergstädter am Volkstrauertag der Opfer von Krieg und Vertreibung. Bei der zentralen Trauerfeier am Ehrenmal forderte Pfarrerin Ramona Winkler-Rudzio zur Erinnerung an vergangenes Leid auf und blickte auf die bewaffneten Konflikte der Gegenwart.

„Der Krieg ist uns näher, als wir manchmal wahrhaben wollen“, stellte Pfarrerin Winkler-Rudzio fest und verwies auf einige aktuelle Krisenzonen der Welt: Afghanistan, Irak, Syrien, Israel und Palästina. Selbst für Deutschland seien Kriege nicht mehr nur Vergangenheit: In Afghanistan sterben deutsche Soldaten, viele der dort Eingesetzten kommen durch Kriegserlebnisse traumatisiert in die Heimat zurück.

Die andere Seite des Volkstrauertages, die „Erinnerung an das Leid von damals“, dürfte mittlerweile den meisten Teilnehmern der Veranstaltung unmöglich gewesen sein. Von der Jugendfeuerwehr über den Posaunenchor bis zu den jüngeren Schützen und Sängern des Lüdenscheider Männerquartetts (LMQ) haben sie glücklicherweise das Grauen des Zweiten Weltkriegs nicht mehr erlebt. Umso wichtiger scheint die Botschaft zu sein, dass auch die nachwachsende Generation noch aus den schrecklichen Erfahrungen der Älteren lernen sollte. „Wir können in Deutschland dankbar sein, dass wir schon so viele Jahre in Frieden leben können“ – diesen Satz brachte die Pfarrerin vom Besuch bei einer 91-jährigen Frau mit. „Gott möchte bestimmt keine Kriege und keine Gewalt der Menschen gegeneinander“, versicherte die Pfarrerin und mahnte: „Wir sollten nicht zufrieden damit sein, dass es uns gut geht, sondern uns dafür einsetzen, dass Menschen nicht mehr durch Menschen zu Schaden kommen.“

Weitere Gedenkfeiern zum Volkstrauertag fanden am Hühnersiepen, auf dem Waldfriedhof Piepersloh und am Gedenkstein in Lüdenscheid-Brügge statt. Die 1. stellvertretende Bürgermeisterin Verena Kasperek und Fachbereichsleiter Hermann Scharwächter legten dort einen Kranz nieder.

Nach dem Auftakt mit Chormusik galt das Interesse dort der Frage „Was wäre, wenn man am Volkstrauertag keine Gedenkfeiern abhalten würde? Würde uns etwas fehlen?“ Für Millionen von Menschen aller Kulturen sei der Volkstrauertag ein Anlass, sich an verlorene Familienmitglieder oder Freunde zu erinnern. Für den musikalischen Rahmen der Veranstaltung sorgten Kapellen der Brügger Feuerwehr und der Brügger Schützen. Das Wetter entsprach an allen Gedenk-Orten dem typischen Bild des Volkstrauertages: Bei grauer, leicht diesiger Witterung fiel Nieselregen. ▪ thk/sar

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