Volkstrauertag: Ernste Gedanken am Ehrenmal

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Die zentrale Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag fand am Ehrenmal an der Parkstraße statt.

Lüdenscheid - Uniformen, schwermütige Musik und ernste Gesichter – diese Merkmale kennzeichnen traditionell die Feierlichkeiten am Volkstrauertag. Und so war es auch am Sonntag wieder bei der zentralen Lüdenscheider Gedenkveranstaltung am Ehrenmal an der Parkstraße. Dabei prägten indes auch Holzbohlen und Baugeräte das Bild – stumme Zeugen der aktuellen Sanierung der historischen Stätte.

Ansonsten lief die Veranstaltung wieder weitgehend in gewohnten Bahnen ab. Mechthild Börger, Gemeindereferentin der Gemeinde St. Joseph und Medardus, erinnerte in ihrer Ansprache an das Grauen des Ersten Weltkrieges, aber auch an Friedenshoffnungen. Dabei verwandte sie auch ein altes Zitat der Friedensbewegung: „Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin.“ Und auch diese Frage stellte Börger: „Wem dient eigentlich der Krieg?“

Nach der Gedenkrede Börgers kam es zu den üblichen Kranzniederlegungen durch Vertreter der Stadt sowie durch Abgesandte von Soldaten- und Opferverbänden und des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Den musikalischen Part an diesem Vormittag übernahmen Sänger vom Lüdenscheider Männerquartett und vom Bergstadtchor sowie die CVJM-Blechbläser. Letztere intonierten auch wieder die deutsche Nationalhymne.

Allerdings hielt sich die Resonanz der Bevölkerung bei der Veranstaltung in recht engen Grenzen. Es waren ganz überwiegend uniformierte Schützen und Reservisten sowie kommunale Vertreter und einige alte Burschenschaftler, die die Szenerie optisch dominierten. Und die schon seit Jahren von den Organisatoren angepeilte Verjüngung des Treffens war auch diesmal nicht wirklich zu erkennen. Mit dabei dafür: mehrere Mitglieder der Lüdenscheider Friedensgruppe. Im Angesicht der Uniformträger schwenkten sie die blaue Fahne mit der weißen Friedenstaube.

Auch anderswo im Lüdenscheider Stadtgebiet gab es Gedenkveranstaltungen. So in Hühnerspiepen, auf dem Waldfriedhof Loh und in Brüninghausen.

In Brügge beteiligten sich an der Gedenkstunde zu Ehren der gefallenen Soldaten und Opfer der Weltkriege die Abordnungen des Schützenvereins, des Deutschen Roten Kreuzes und der Freiwilligen Feuerwehr. Die musikalische Begleitung übernahmen der Männerchor Philomele und der Posaunenchor des CVJM Brügge. Die Kranzniederlegung am Ehrenmahl übernahmen Doris und Manfred Krenn vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge sowie für die Stadt der Fachbereichsleiter für Jugend, Bildung und Sport, Hermann Scharwächter und die stellvertretende Bürgermeisterin Verena Szermerski-Kasperek. In einer kurzen Ansprache erinnerte Gemeindereferentin Marita Franzen daran, dass die Opfer von Gewalt nicht nur in unserer Erinnerung, sondern in der Gemeinschaft mit Gott lebendig sind. - dt/jw

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