Momente der Mahnung auch in Lüdenscheid

Volkstrauertag: Bürger erinnern an Opfer von Krieg und Gewalt

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Markanter Anblick: Vertreter von Stadt und Soldatenverbänden erinnerten an der Parkstraße an die Opfer von Kriegen. Dahinter: uniformierte Schützen und Feuerwehrmänner. Insgesamt stieß die Veranstaltung auf eher spärliche Resonanz bei der Bevölkerung.

Lüdenscheid - Das Bild ist jedes Jahr ähnlich: Traditionell prägen Uniformträger, getragene Musik und ernste Gesichter die Szenerie am Volkstrauertag. Zumindest an den Gedenkstätten in der Stadt. Das war am Sonntag nicht anders. Die zentrale Lüdenscheider Gedenkveranstaltung stand dabei wieder am Ehrenmal an der Parkstraße an.

Das Treffen an diesem kalten Novembertag lief in den gewohnten Bahnen ab. Die Gedenkrede hielt Mechthild Börger, Gemeindereferentin der Pfarrei St. Medardus. Sie erinnerte an die Opfer von Kriegen und anderen Gewaltausbrüchen. Dazu kamen mehrere Kranzniederlegungen. Repräsentanten der Stadt, von Soldaten- und Kriegsopferverbänden, Vertriebenen-Organisationen und vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge deponierten dabei Gebinde an der Gedenkstätte. Ganz vorn bei der Trauergemeinschaft dabei: Bürgermeister Dieter Dzewas, sein Stellvertreter Björn Weiß und der städtische Beigeordnete Thomas Ruschin.

Den musikalischen Part an diesem Vormittag übernahmen der Frauenchor Cantabile und die CVJM-Blechbläser.

Wie in den Vorjahren zeigte auch die Lüdenscheider Friedensgruppe am Ehrenmal Präsenz. Die Friedensfreunde haben in der Vergangenheit immer wieder die Verlegung des kollektiven Gedenkens am Volkstrauertag auf den Evangelischen Friedhof Lüdenscheid angeregt. Grund: Sie vermissen am Ehrenmal die Gräber. Außerdem ist der wuchtige „Erwachende“ an der Parkstraße aus Sicht der Friedensaktivisten nicht gerade ein Symbol für Frieden und Völkerverständigung. Sie sehen die Metall-Figur vielmehr als „NS-Denkmal“. So stand es auf einem mitgebrachten Plakat. An ihrem Vorschlag des Standortwechsels hält die Friedensgruppe weiterhin fest.

Auch anderswo im Stadtgebiet gab es Gedenkveranstaltungen. Etwa auf dem Friedhof Hühnersiepen. Dort legten Dieter Dzewas, Björn Weiß und Thomas Ruschin ebenfalls Kränze ab. Mehrere Politiker von SPD und CDU waren erschienen. Blasmusik flankierte das Geschehen. Auch hier wehte eine Friedensfahne im Wind, ebenso wie am Waldfriedhof Loh. Dzewas, Weiß, Ruschin und Rüdiger König (CDU) legten dort die Kränze im Beisein einer Abordnung des Löschzug Homert und einiger Politiker nieder.

Am Ehrenmal in Brügge vertraten die stellvertretende Bürgermeisterin Verena Kasperek und der Erste Beigeordnete Dr. Karl Heinz Blasweiler Rat und Verwaltung. Michael Czylwik, Pfarrer der evangelischen Gemeinde, ging in seiner Andacht unter anderem auf die Terroranschläge vor einem Jahr in Paris ein und mahnte, den Blick „auf unsere Zeit“ zu schärfen. Verena Kasperek sagte angesichts des Gedenkens der Opfer von Krieg, Terror und Gewalt: „Es lohnt sich, für das Grundgesetz und die Menschenrechte einzustehen.“ In Brüninghausen waren Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr und weiterer Vereine bei der Gedenkfeier dabei. Der stellvertretende Löschzugführer Jens Bartke sagte, dass der Volkstrauertag daran erinnere, „wie kostbar Frieden, Menschenrechte und Verständigung in Europa sind.“

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