Volksbank „zufrieden“ nach Dreier-Fusion

Volksbank-Vorstandssprecher Karl-Michael Dommes (M.), Vorstandsmitglied Hans-Erich Lenk (r.) und Generalbevollmächtigter Niklas Jarosch sind „zufrieden mit der Entwicklung“.

LÜDENSCHEID ▪ Die erste Halbjahresbilanz nach dem „Kraftakt“, aus drei Banken mit je 120 Mitarbeitern in Krisenzeiten eine zu schmieden, stimmt „zufrieden“. Das stellte gestern Volksbank-Vorstandssprecher Karl-Michael Dommes mit seinen Kollegen Hans-Erich Lenk (Vorstand) und Niklas Jarosch (Generalbevollmächtigter) fest. Auf den Tag genau ein Jahr nach den letzten Fusionsbeschlüssen „sprechen die Zahlen eine beruhigende Sprache“. Dommes: „Wir rücken immer stärker in den Fokus des mittelständischen Kunden.“

Vor ein paar Monaten noch Untergangsstimmung, inzwischen deutliche Zeichen eines Aufschwungs – das ist die Großwetterlage, in der die Genossenschaftsbank mit ihren rund 36 000 Mitgliedern im Kreisgebiet („nie da gewesener Zuwachs“ in 2010) eine optimistische Prognose für 2010 und auch schon „verhalten“ für 2011 wagt. Diese Prognose stützt sich auf Zahlen. Die Auftragsbücher der mittelständischen Volksbank-Kunden im Teilmarkt Lüdenscheid/Herscheid und den anderen fünf Teilmärkten im Geschäftsgebiet, die erkennbare Bereitschaft auch der Privatkunden, wieder zu sparen, in Vorsorge (plus 22 Prozent) und Bausparen (plus 30 Prozent), Renovierung oder Anschaffung (plus 20 Prozent) zu investieren – all das führte zu 7,7 Prozent Wachstum. Durchschnitt bei NRW-Volksbanken: dreieinhalb bis vier Prozent. Das Betriebsergebnis zeigt ein Plus von 15,9 Prozent (vor Risikovorsorge) gegenüber 2009: „Das ist ein schönes Ergebnis.“ 68 Cent muss man investieren, um einen Euro zu verdienen. Ein „immenser Kraftakt“ soll das Verhältnis verbessern.

Derzeit könne man noch rund 400 Millionen Euro an Krediten vergeben, doch die Nachfrage fehle (Kreditgeschäft plus zwei Prozent). 939 Millionen Euro Forderungen an Kunden stehen rund 1,1 Mrd. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden entgegen. Dommes: „Wir freuen uns, dass unsere Kunden uns diese enorme Summe zur Verfügung stellen.“ Das Geld werde wie gehabt sicherheitsbewusst investiert. Deshalb ärgern sich die Volksbanker über den Vorstoß zur Bankenabgabe. „Das würde uns 70 000 Euro im Jahr kosten, das ist inakzeptabel.“ Das Geld fehle für Vereinssponsoring. Außerdem hätten die Volksbanken ihren eigenen Feuerwehrfonds und als einzige Bankengruppe kein Geld in der Krise bekommen.

Krisengeschüttelten Mittelständlern stellt Hans-Erich Lenk in Aussicht, beim Rating das Jahr 2009 „auszublenden“, sofern die Rahmendaten stimmten. Doch bei mehr als 91 000 Kunden sage die Erfahrung auch, dass manchen im Aufschwung die Puste ausgehe.

101 000 Menschen hätten allein im Juli 16 Millionen Euro aus den 42 Automaten des Verbreitungsgebietes gezogen – deshalb lehnt man eine Gebührensenkung für Fremdabhebungen ab: Die Automaten seien teuer, profitieren sollten davon nicht Direktbank-Kunden: „Sie renovieren auch nicht ihr Bad und lassen den Nachbarn duschen.“

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