kfd Volkringhausen blickt auf 30 Jahre Weiberfastnacht zurück

Bauch rein, Brust raus. Eine richtige Ballerina weiß, wie sie zu posieren hat. ▪

VOLKRINGHAUSEN ▪ Um stilvoll einzulaufen, musste sie erst Klamotten kaufen. Ihre Wahl fiel auf einen figurbetonten, pinken Anzug mit weißem Tutu. Zumindest für Weiberfastnacht war das Outfit der Ballettmaus wirklich gelungen, der erste Lacher garantiert. Von Annabell Niemand

In ihrer Büttenrede berichtete sie dann von ihrem Leben als pralle Tänzerin. Bei den Hebefiguren streiken die Herren und der Spagat, der „Spreizfallschritt“, sitzt auch noch nicht perfekt. Dafür beherrscht sie Bauchlandung, denn „wie man auf die Schnauze fällt, bleibt individuell dir freigestellt.“

Klar, dass bei diesem Auftritt die 300 Frauen in der Schützenhalle Volkringhausen kaum noch aus dem Lachen kamen. Aber das sind die Gäste von der Frauengemeinschaft, die das Fest ausrichtete, nicht anders gewohnt. Seit 31 Jahren feiert die kfd Volkringhausen an Weiberfastnacht Karneval. Jedes Jahr ist die Halle voll. Ein Grund: das kurzweilige Programm. Am heutigen Donnerstag zeigte das Team ein „Best of“ der vergangenen drei Jahrzehnte – und traf damit wieder ins Schwarze. Oder im Fall der Büttenrede ins Pinke.

Nicht weniger amüsant waren die Auftritte der Stargäste: Der russische Botschafter richtete einige, zugegebenermaßen nicht perfekt übersetzte Grußworte an das jecke Volk. Direkt von der Mailänder Scala waren berühmte Opernsänger angereist. Und auch Mireille Mathieu gab einige Stücke zum Besten.

Nicht nur gesangliche sondern auch tänzerische Darbietungen sorgten für Kurzweil. Untrennbar zum Volkringhauser Karneval gehört die Tanzgarde „Rainbow Colors“. Nach ihren beiden Auftritten kamen die zehn jungen Frauen nicht um eine Zugabe herum. Obendrauf versteigerte die kfd einen (unechten) Rubens, um die Gruppe bei der Anschaffung neuer Uniformen finanziell zu unterstützen.

In den Pausen eroberte das buntkostümierte Publikum selbst die Tanzfläche. Friedhelm Hill stimmte einen Karnevalshit nach dem anderen an. Zurück auf ihren Plätzen kamen die Närrinnen trotzdem nicht zur Ruhe. Das ließ das Programm nicht zu, dafür sorgten die 13 kfd-Frauen auf und hinter der Bühne.

Zum Beispiel mit der Eheberatung: Frau und Herr Blöhmann hatten sich in den vielen Jahren ihrer Ehe auseinander gelebt. Jetzt bekamen sie Nachhilfe von ihrem Therapeuten in Sachen Küssen. Drei Bussis täglich verordnete der. Darauf der Ehemann: „Vor oder nach den Mahlzeiten?“

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