Volker Weininger wirbt um die „Lüsterklemme“

Volker Weininger als Arbeitsloser, der seinen stressigen Alltag schildert.

LÜDENSCHEID - Man arbeitet mit Holz und hat mit Menschen zu tun. Klar umriss am Abend der Kabarettist Volker Weininger zu Beginn die Vorteile, die der Beruf des Bestatters so mit sich bringt.

In der Garderobehalle des Kulturhauses trat er vor 130 Gästen als dritter Comedian im Wettstreit um die „Lüdenscheider Lüsterklemme“ an. Der Titel des Programms, „Bestatten Weininger“ versprach ein morbides Unterhaltungsprogramm mit amüsanten Einblicken in eine ziemlich stille Welt. Ein Narrenruf á la „Lüdenscheid – Alaaf“ wäre sicher der treffendere Titel gewesen, sah man sich im Laufe des Abends doch eher in die karnevalistische Ecke gedrängt. Natürlich hatte Weininger mit dem Standortvorteil seines Bestattungsinstitutes am Altenheim, der „Trauer Hour“, der Idee, Verstorbene per „Die & Fly“ nach Hause zu überführen oder der Eröffnung seiner „Six Feet Under-World“ die Lacher schnell auf seiner Seite. Doch der „Bestatter“ bildete lediglich den Rahmen für die Nachbarn im Hause, über die er schon immer mal erzählen wollte. So schlüpfte der Kabarettist allzu eilig in die Rolle des Arbeitslosen im Erdgeschoss, der seinen stressreichen Alltag und die Auswahl des Anzugs fürs Vorstellungsgespräch schilderte. Davon habe er gleich zwei im Schrank: Einen von Puma und einen von Adidas. Ebenfalls auf der Liste der Hausgenossen stand der Werbemanager aus dem 2. Stock, der mit markigen Sprüchen wie „Alles, was der Schmerz begehrt“ aushalf. Dritter im Bunde des Weininger-Rollenspiels war der Karnevalspräsident, den der Kabarettist mit Hingabe, Hut und Mimik imitierte und dabei kein Klischee ausließ, das einem echten Karnevalisten anhaftet. - rudi

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare