"Viva la Jahnhalle": Szene verabschiedet sich von Skaterhalle - alle Fotos hier!

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Ein Fan macht Stagediving beim Graupause-Konzert.

Lüdenscheid – Mit einem abwechslungsreichen Festival hat sich die Lüdenscheider Hip-Hop- und Skater-Szene am Samstag von der Jahnhalle verabschiedet, der wohl einzigen authentischen Location dieser Subkultur in Lüdenscheid.

Da sich kein Betreiber für das Gebäude findet, gab es keine Möglichkeit mehr, die Skaterhalle zu erhalten. Dafür, dass das Abschluss-Event „Viva la Jahnhalle“ zum Erfolg wurde, zeichneten die Bergstadtbrüder und die Musik-, Medien- und Veranstaltungsagentur Sound of Centuries verantwortlich, die gemeinsam als Veranstalter fungierten. 

Bevor am Abend ein attraktives Musikevent startete, fand ab Mittag ein Programm für die ganze Familie bei freiem Eintritt statt. Während in der Halle ein freies Skaten angesetzt wurde, bei dem zahlreiche heimische Skater mit spektakulären Moves beeindruckten, fanden die Besucher draußen unter anderem einen Künstlermarkt, eine Kleidertauschbörse sowie Spielmöglichkeiten für Kinder vor. 

Sprayer und Profi-Skater

Ferner konnten sich die kleinen Besucher von Graffiti-Künstler Yves Thomé an der Außenwand der Jahnhalle unter anderem die Technik des „Writings“ beibringen lassen, bei dem die Kinder zum Beispiel ihren Namen sprayen konnten. 

In der Halle kamen die Gäste mit vielen Experten und Profi-Skatern ins Gespräch, so zum Beispiel mit Robin Maiwald aus Hagen, der dort mit Freunden den Laden „EGAL Skateboard“ eröffnet hat und hochwertige Boards von Hand herstellt, die inzwischen einen weltweit guten Ruf in der Szene genießen. Maiwald war neben Jan Lehmann und Tobias Clever auch einer der drei Gewinner des freien Skatens. 

Viva la Jahnhalle

Das Musikprogramm am Abend startete mit dem Hip Hopper AMMOeinser, der am Buckesfeld aufgewachsen ist, heute aber in Aachen lebt. In seinen deutschsprachigen Hip-Hop-Songs berichtet er über seine nicht nur positiven Erfahrungen im Leben, darunter der Selbstmord seines Vaters, den er in dem südamerikanisch angehauchten Song „La Vida Sigue“ (Das Leben geht weiter) thematisiert. 

Punk-Rock vom Feinsten lieferte die Lüdenscheider Band Graupause, die mit ihren Songs vor allem politisch etwas zu sagen hat. So spielte die Combo mit ihrem Frontman Sven Prillwitz auch einen Teil der Wutrede von Umweltaktivistin Greta Thunberg ab, bevor es mit ihrem energiegeladenen Gig losging, bei dem auch der zunehmende Rechtsextremismus in Deutschland angeprangert wurde. Dabei kam auch der Spaß nicht zu kurz – es wurde heftig Pogo getanzt. 

"Explosives Gemisch"

Hazefeld, die Hip Hopper Robin Brunsmeier und Sebastian Kreinberg, wurden die von Rudolf F. Nauhauser und DJ Tommy Tomsen unterstützt. Die Combo aus Heesfeld bei Halver bildet ein „explosives Gemisch“, wie es in ihrem ersten Song hieß, aus oft ironischen, aus dem Leben gegriffenen Texten, eingängigen Refrains sowie Rhythmen, die ihre Wurzeln und Anleihen nicht selten im Reggae haben. 

Die Musiker von „Das Pack“, Hauptact des Abends, sind Nordlichter und kombinieren fröhlich und ungeniert das, was musikalisch nicht zusammengehört, tun dies jedoch auf eine so unvergleichlich charmante Weise, dass sie permanent damit durchkommen.

Eigentlich sind die Hamburger ein Trio, doch nachdem Rosi am Schlagzeug scheinbar indisponiert war, setzte sich kurzerhand Bassist Zorro ans Drumset und rockte mit Frontmann Peer Jensen alias „Pensen Paletti“ in der Bergstadt los. 

Die Combo vermischt fast kindliche Pop-Melodien mit unvermittelt losdonnernden, krachenden Heavy-Metal-Einlagen, fröhlicher Punk-Polka und sympathischem Schwachsinn. Die Aftershow-Party im Stock stellte den endgültigen Schlusspunkt von „Viva la Jahnhalle“ dar.

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