Neubau am Bahnhof vor Fertigstellung

Tor zum „Viertel mit Zukunft“

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Viel Stein, viel Glas, aber auch etwas Platz für Grün: Der Blick aus dem Neubau auf den Bahnhofsvorplatz geht auf die noch leeren Pflanzlöcher. Weil direkte Hausnachbarn fehlen, hat man aus allen Wohnungen heraus einen Fernblick auf die Stadtkulisse.

Lüdenscheid - Es hat lange gedauert, es war Maßarbeit, und jetzt ist das „Torgebäude“ am Bahnhof, am Eingang zum Denkfabrik-Areal, so gut wie fertig und wird nach und nach bezogen. Auch die öffentlichen Toiletten – ein kombiniertes Damen- und Behinderten-WC und ein Herren-WC – sollen in Kürze endlich nutzbar sein. Noch fehlen ein elektrischer Türöffner und eine Sitzbank.

Roland Rothmann, Immobilienmakler und Projektentwickler, blickt mit einer gewissen Erleichterung vom Balkon einer der fast fertigen Wohnungen auf die eindrucksvolle Innenstadtkulisse und schwärmt von den Besonderheiten des zentralen, drei Minuten vom Zentrum entfernten, Standorts: „Hier gibt’s Freiraum ringsum, was sonst selten ist in der Stadt.“

Man habe, betont er beim Rundgang mit seinem Vermietungsteam Marina Al-Jeboori und Christian Schulte sowie Projektentwickler Martin Dorn, den Bau von innen nach außen geplant. Die Funktion als Bahnhofsgebäude mit Wohnungen, Geschäften, öffentlichen Toiletten war wichtig. Gesetzliche Vorgaben zur Energieeinsparung mussten berücksichtigt werden. 1000 Quadratmeter städtisches Grundstück galt es, bis auf einen Grünflächen-Rest, nach genauen Vorgaben möglichst komplett zu nutzen, was man mitunter am Grundriss merkt: „Geradlinig und im Bauhaus-Stil – das entspricht dann auch den Wünschen der Stadt“, sagt er zur Architektur des Neubaus. 60 Prozent der Wohnungen sind vermietet. Viereinhalb Jahre hat’s von den ersten Plänen bis zum Einzug der ersten Mieter gedauert. Ab Januar folgen die Wohnungsmieter. Für Projektentwickler ist das eine lange Zeit. Aber, zeigt Rothmann Verständnis: „Das ging auch nicht anders, sonst hätten Sie hier einsam in der Wüste gestanden.“

Jetzt steht hier ein Bau, in dem Investor Horst Großbötzl (Iserlohn) zehn Gewerbeeinheiten inklusive Warteraum, Fahrschule, Taxizentrale, Bistro oder auch „Burger House“ auf 787 Quadratmetern sowie zehn Wohnungen realisieren ließ. Das alles bildet den Eingang zu einem „Viertel mit Zukunft“: Phänomenta samt Turm und bald auch Brücke, Dial, FH sowie weitere Denkfabrikbausteine – hier entwickele sich was, sagt Rothmann. Erfreulich sei, dass die Besitzer umliegender Altbauten Fördermittel zur Verschönerung ihrer Häuser nutzten, findet er. Das diene auch der Aussicht.

Weniger erfreulich findet Martin Dorn allerdings, dass der Bau zwar modern, die Internetversorgung aber noch von vorgestern ist. „Aus nicht nachvollziehbaren Gründen“, so formuliert er es, sei die Internet-Verbindung auf der Neubau-Seite wesentlich langsamer als gegenüber auf der alten Bahnhofszeilen-Seite. Im Moment suche man „die bestmögliche Lösung“.

Wann ein weiteres Problem gelöst wird, dazu gebe es bislang „unklare Aussagen“, hieß es gestern weiter: der Abbruch der fast leeren alten Ladenzeile am Bahnhof. Da sei nur noch ein Baubüro drin, aber Anfang 2016 ist der ganze Komplex leer.

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