Vierbeiner bringen pro Jahr 275 000 Euro ein

LÜDENSCHEID ▪ Im Gegensatz zu vielen anderen Städten und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen hat sich das Hundesteuer-Aufkommen in Lüdenscheid nicht wesentlich erhöht.

„Wir liegen seit Jahren konstant bei rund 275 000 Euro pro Jahr“, sagt Kämmereileiter Sven Haarhaus. Aktuell sind in Lüdenscheid exakt 3363 Hunde angemeldet. Jeder Hund kostet den Besitzer 85,20 Euro, ein zweiter Vierbeiner 102 und ein dritter 120 Euro. Wer sich einen Kampfhund anschafft, muss allerdings viel tiefer in Portemonnaie greifen und 613,20 Euro an die Stadtkasse überweisen.

„Die Sätze sind seit acht Jahren unverändert. Die letzte Erhöhung resultierte 2002 daraus, dass die Stadt erstmals aufgrund der finanziellen Lage ins Haushaltssicherungskonzept geriet“, beschreibt der Experte die Entwicklung.

Nicht wenige Menschen, die nicht viel Geld zum Lebensunterhalt zur Verfügung haben, halten sich dennoch gern einen Hund. Ihre finanzielle Lage wird bei der Erhebung der Steuer berücksichtigt: „Hartz-IV-Empfänger zahlen die Hälfte der normalen Sätze.“

Theoretisch könnte übrigens auch das Halten von Katzen besteuert werden. Aber da sie sich meistens im Haus aufhalten und mit Katzenklos vorlieb nehmen, sehen die Städte davon ab. Teilweise ist es zudem schwieriger, sie zu erfassen, da es auch streunende Katzen gibt, die nicht gleich zuzuordnen sind. „Die Erhebung einer Katzensteuer meines Wissens zwar in einigen Städten schon einmal in Erwägung gezogen worden, aber nach meinem Erkenntnisstand gibt es das in ganz Deutschland nicht“, sagt Sven Haarhaus.

Um die Einnahmen für die städtische Kasse zu erhöhen, nahm ein Vorschlag auch die Hunde ins Visier. Der Vorschlag lautete, die Bußgelder für Hundebesitzer zu erhöhen, die keine Kotbeutel benutzen. Nach Angaben des Rechts- und Ordnungsamtes lässt die Gefahrenabwehrverordnung aber bereits eine Ahndung bis zu einem Bußgeld in Höhe von 1000 Euro zu. Ein Verwarnungsgeld von 35 Euro wird derzeit als angemessen angesehen.

Auch die Einführung einer Reptiliensteuer kam auf den Tisch. Dies erscheine zwar rechtlich zulässig, erfordere aber einen nicht abschätzbaren Aufwand, so die Stadt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare