Vier neue Einbahnstraßen eingerichtet

LÜDENSCHEID – Ernst, aber nicht hoffnungslos: So beschrieb Heino Lange, stellvertretender Werksleiter des Stadtreinigungs-, Transport und Baubetriebs Lüdenscheid (STL), am Montag die Situation auf Lüdenscheids Straßen. „Die Lage ist trotz der starken Schneefälle der letzten Tage relativ ruhig. Darüber sind wir froh“, sagte Lange. Die Männer vom STL streuen nach wie vor nur Steilstücke, Gefahrenstellen und die Kreuzungsbereiche. Alles andere mache wenig Sinn, so Lange. „Wir schieben den Schnee – das ist das einzig Richtige.“

Die STL-Schieber kümmerten sich auch gestern schwerpunktmäßig um die 400 Bushaltestellen und rund 120 Sammelstellen im Stadtgebiet. Auch für geräumte Parkflächen sorgten Heino Langes Mitarbeiter: „Das war im ersten Räumungsdurchgang nicht möglich. Aber wir arbeiten auch daran.“ Den Bedarf, die geschobenen Schneemassen mit Lastwagen abzutransportieren, sah Lange gestern noch nicht. „Wir wollen das eigentlich vermeiden und nur im absoluten Ausnahmefall als Maßnahme in der Hinterhand haben.“ Die Hoffnung auf eine Entspannung der Wetterlage und ein Klettern des Thermometers in den Plusbereich bleibt also auch bei STL bestehen.

Dennoch plant der STL ab Dienstag einige Straßen mit einer Einbahnregelung zu versehen. Betroffen sind derzeit der Obere und der Mittlere Worthhagen sowie der Oenekinger Weg und die Teutonenstraße. Die entsprechende Beschilderung wird am Dienstag im Laufe des Tages aufgestellt.

Die Zentrale Gebäudewirtschaft der Stadt (ZGW) lässt derzeit die Dachflächen der städtischen Schulgebäude im Hinblick auf die Schneelasten kontrollieren. An der Erwin-Welke-Schule und der Knapper-Schule wurden Dachflächen geräumt. An der Friedensschule und der Schule Stadtpark wird geprüft, ob eine Räumung notwendig ist. Aufgrund eines Hinweises des Schulhausmeisters wurde bei der Schule Bierbaum die Dachkonstruktion der Pausenhalle durch einen Statiker überprüft. Dieser gab gestern jedoch Entwarnung.

Der Schnee hält auch die Lüdenscheider Feuerwehr auf Trab, „Wir sind technisch gut ausgerüstet. Alle Fahrzeuge haben Schneeketten, wir haben sogar Gasbrenner mit an Bord, wenn wir im Fall der Fall einem eingefrorenen Hydranten zu Leibe rücken müssen“, erklärte Wachführer Friedrich Diebel gestern.

Zu Behinderungen komme es jedoch immer wieder. „Wir leben leider in einer egoistischen Gesellschaft. Da schieben Privatleute den Schnee nur vor der eigenen Haustür – und sorgen so manchmal für Probleme.“ Grundsätzlich sollte für eine reibungslose Durchfahrt von Rettungsfahrzeugen eine Fahrbahnbreite von 2,50 Metern gewährleistet sein, so Diebel. „Damit ist uns schon sehr geholfen.“

Für den Ernstfall haben die Rettungskräfte Schneeschieber und Streusalz dabei – „aber gebraucht haben wir das alles in diesen Tagen noch nicht.“ Was die Logistik der eigenen Ausstattung und Arbeitsabläufe angehe, sei die Feuerwehr bestens aufgestellt, sagte Diebel. „Nun hoffen wir auf die Vernunft und die Mithilfe der Bürger.“

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