Vielseitiger Job im Nattenberg-Schwimmbad

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Das Lüdenscheider Nattenberg-Schwimmbad in Schuss zu halten, ist eine ebenso vielseitige wie verantwortungsvolle Tätigkeit für die Schwimmmeister. ▪

LÜDENSCHEID ▪ 4428 m³ Wasser, verteilt auf 10 Becken. Alle vier Wochen 28 Tonnen Sole, also konzentriertes Salzwasser. Die werden dem Wasser im Solebecken regelmäßig untergemischt. Hinter der gepflegten Atmosphäre des Nattenberg-Schwimmbads verbirgt sich viel komplizierte Technik, mit der die Bereiche Wellness, Sport, Spiel und Spaß in Schuss gehalten werden. Und dafür braucht es Personal.

Andreas Santen ist ein Mann des Service-Teams. Für ihn sei die Tätigkeit des Schwimmmeisters „immer schon ein Traumberuf“ gewesen. Seit 28 Jahren übt er den Job mit der Bezeichnung „Fachangestellter für Bäderbetriebe“ an verschiedenen Standorten aus, am Nattenberg fühlt er sich nach eigener Aussage sehr wohl. Seine Kollegen und er stehen nicht nur am Beckenrand, sondern müssen auch mit der komplizierten Technik des Bades umgehen können, führen Reinigungsarbeiten aus, leisten Erste Hilfe und leiten Schwimmunterricht. So tragen sie eine Mange Verantwortung, doch genau das mache den Schwimmmeistern Spaß, sagt Santen.

Wenn er morgens um 6 Uhr zur Arbeit kommt, macht er als erstes einen Kontrollgang quer über das ganze Gelände des Nattenberg-Schwimmbads. Bis 22.30 Uhr kann seine Schicht dauern. Ingesamt 39 Stunden pro Woche.

Kenntnisse in Chemie, Mathe und Physik

Ganz wichtig für seinen Beruf sind Kenntnisse in Chemie, Physik und Mathematik: In allen Schwimmbädern müsse konsequent auf die Vermeidung von Chlor-Unfällen geachtet werden, erklärt Santen. Am Nattenberg gibt es dafür eine Vollvakuum-Anlage, in der Chlorlagerflaschen untergebracht sind. Das Chlor wird gebraucht für die Desinfektion des Badewassers. Ohne Chlor würden sich gefährliche Keime bilden und verbreiten.

Damit sich die Badegäste duschen können, stehen im Technikbereich unter der Erde zwei große Behälter mit jeweils 2000 Liter heißem Wasser. In dem schwül-warmen Labyrinth aus Rohren misst der so genannte Depolox die Wasserwerte, darunter den Chlorgehalt, den pH-Wert und den Redoxwert, der die Geschwindigkeit der Keimabtötung angibt.

Das gebrauchte Schmutzwasser wird gereinigt und wiederverwertet. Auch wird an Energie gespart, da die produzierte Wärme weitergenutzt wird. Dadurch, erläutert Santen, werde das große Schwimmbad für Besucher überhaupt erst preiswert.

Im Jahr 2008 wurde das Nattenberg-Schwimmbad umgebaut. Die Temperatur der Becken ist Santen zufolge erhöht worden. Anstelle des großen 50-Meter-Beckens kam außerdem ein Planschbecken für kleinere Kinder hinzu. Vor Kurzem wurde der millionste Besucher begrüßt.

Andreas Santen bezeichnet den Beruf des Schwimmmeisters als abwechslungsreich, weshalb er Spaß an seiner Arbeit habe. „Natürlich ist es mal anstrengend und es gibt Probleme, aber das ist ja klar“, sagt er. Er könne sich nicht vorstellen, woanders als am Nattenberg zu arbeiten.

Übrigens hat ein Schwimmmeister auch im Winter einige Arbeiten zu verrichten. So fallen Santen zufolge Reparaturen im Außenbereich des Schwimmbads an, müssten Pumpen gereinigt und Heizungen in Schuss gehalten und saniert werden. Es gibt also das ganze Jahr über reichlich zu tun. ▪ Dorte Fischer, Stefan Cieslik, Fabian Lozynski

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