Die Vielfalt von Familien

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Willi Denecke, Hilke Gesine Möller und Dr. Eckhard Trox (von links) freuen sich auf die Ausstellung zum ersten Lüdenscheider Familienmonat. Dieses Bild von Ida Gerhardi soll neugierig machen auf die Familienbilder internationaler Künstler ▪

LÜDENSCHEID ▪ „Ganz privat – Familie“: Das wird der Titel der Ausstellung, die das Herzstück des ersten Lüdenscheider Familienmonats „Famo“ im nächsten Jahr bilden soll. Gestern präsentierten Famo-Initiator Willi Denecke, Museumsleiter Dr. Eckhard Trox und die Leiterin der städtischen Galerie Hilke Gesine Möller erste Details der Ausstellung, die am 29. September 2012 mit einer Vernissage eröffnet werden soll.

Was ist Familie heute? Ort des Rückzugs und der Sicherheit oder destruktive Enge in Rollenbildern und Unterdrückung? Zu dieser Frage beziehen zeitgenössische Künstler auf unterschiedliche Art und Weise Stellung. Die ganze Bandbreite von Beziehungen soll sich in den ausgestellten Arbeiten finden. Fotografin Barbara Flatten wird ihre Serie „Mother and Children“ zeigen, die in Tokio entstanden ist – an einem typischen Ort des Rückzugs. Dieter Mammel aus Berlin dagegen bietet in seinen „Family Works“ in Tusche und Aquarell typische Familienszenen, die dunkel übermalt fast bedrohlichen Charakter erhalten. Fotografin Katharina Mayer hat Familien in europäischen Städten in ihrem Wohnumfeld in Szene gesetzt.

Eine alte Bekannte in Lüdenscheid ist Judith Samen. Die frühere MKK-Stipendiatin inszeniert in ihren photografischen Arbeiten Mutter und Kind, indem sie Situationskomik mit der Beobachtung grundsätzlicher Seinsaspekte vermischt. Die US-Amerikanerin Nan Golding hat ihren Freundeskreis als Familienersatz fotografiert. Außerdem werden die Niederländer Ruud van Empel und Annet van der Voort, der Spanier Antonie Velasco Muñoz und Oliver Held ausstellen.

Dabei sein wird auch Christiane Rücker aus Bonn, die in ihren plastischen Arbeiten vielfältige Möglichkeiten der emotionalen Bindungen zwischen Eltern und Kindern darstellt. Sie war es ursprünglich, für die Willi Denecke eine Ausstellung in ihrer Heimatstadt Lüdenscheid organisieren wollte. Daraus hat sich der Famo entwickelt.

Denecke möchte mit zahlreichen Aktionen die Brücke schlagen zwischen der Ausstellung und den Lüdenscheider Familien, die bis zum 27. Oktober 2012 im Zentrum des Familienmonats stehen sollen. Malaktionen für kleine Kinder und ein Fotowettbewerb für ältere Schüler stehen beispielsweise auf der Agenda. Aktionen mit den Künstlern selbst seien wünschenswert. Weitere Ideen sollen noch folgen: „Wie müssen uns interessante Aktionen einfallen lassen, um die Familien zu erreichen.“

Für Museumsleiter Trox ist die Beteiligung der Museen und insbesondere der Städtischen Galerie am Familienmonat ein wichtiger Schritt in die Zukunft: Solche Kooperationen, wie es sie auch schon mit den Kunstfreunden und der Ehrenamtbörse gibt, könnten in wirtschaftlich schlechten Zeiten zur Stabilisierung des Standortes sowohl von Museum als auch städtischer Galerie beitragen, ist Trox überzeugt.

Die Ausstellung zum Famo sei ein großer Baustein im neuen Programmkonzept der Galerie. „Wir sind dabei, Überregionalität und Internationalität mit Regionalität zu verzahnen.“ Der Wechsel und der Dialog zwischen regionalen und namhaften internationalen Künstlern soll dazu beitragen, den Kunststandort Lüdenscheid weiter voranzubringen. Ganz begeistert ist Trox selbst von der aktuellen Ausstellung zum Ida-Gerhardi-Preis. Sie dokumentiere eben nicht die „Perpetuierung des ewig Gleichen“. ▪ gör

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