Viele Kinder und zwei gute Gründe zum Feiern

LÜDENSCHEID ▪ Viele Kinder und zwei besonders gute Gründe zum Feiern kamen gestern auf dem Rathausplatz zusammen: Der Weltkindertag, der eigentlich erst am 20. September begangen wird, und der 30. Geburtstag des Kinderschutzbundes Lüdenscheid.

Bürgermeister Dieter Dzewas und Sozialdezernent Dr. Wolfgang Schröder eröffneten die Veranstaltung am Nachmittag bei grauem Himmel, der bis zum Ende immer blauer und sonniger werden sollte. Kühl blieb es dennoch und für Wärme sorgten letztlich nur die zahlreichen Angebote, die vom sportlichen Kistenklettern über eine Rollenrutsche und einen Kettcar-Parcours bis zu den artistischen Übungen im Zelt des „Kölner Spielecircus“ reichten. Dort lernten besonders mutige Kinder wie Fakire über Glasscherben zu gehen, Feuer mit der Hand auszulöschen und sich die Fußsohlen an einer Fackel zu wärmen. Geschickte Kinder ließen Teller und Diabolos rotieren.

Das zweite Zelt auf dem Rathausplatz war das Zelt der Musik, in dem Kinder und Jugendliche für die Besucher spielten. Den Anfang machte ein Streicherensemble der Musikschule unter der Leitung von Christa Radermacher. Es folgten ein Percussion-Ensemble der Musikschule und die Bläserklassen der Jahrgangsstufe 6 des Bergstadt-Gymnasiums, die unter der Leitung von Christian Knaup und Sebastian Diel einen erstaunlich routinierten und erfreulich langen Auftritt hinlegten. Rund um das Zelt bildete sich eine dichte Traube von Zuhörern, unter denen auch die einen und anderen Familienvertreter der Bläserklassenschüler zu entdecken waren. Kein Problem war dabei die akustische Nachbarschaft zu anderen Angeboten: Bläser sind bekanntlich kraftvoll und das regelmäßige Zusammenbrechen des benachbarten Getränkekistenturms sorgte für eine perkussive Ergänzung.

Uwe Hinrichs freute sich im Namen der Veranstalter über die breite Beteiligung von Einrichtungen, die sich um das Kindeswohl bemühen und lobte die Anstrenungen der Stadt und anderer Einrichtungen, arme Kinder nicht von ihren Angeboten auszuschließen. „Lüdenscheid ist auf einem guten Weg.“ „Stolpersteine“ auf dem Rathausplatz machten dennoch auf jene Lebensbereiche aufmerksam, in denen arme Kinder noch zu oft ausgegrenzt werden. „Wir können uns nicht zurücklehnen. Auch hier scheint nicht immer die Sonne“, betonte Uwe Hinrichs. Kinderarmut sei leider immer noch ein Thema in Deutschland. ▪ thk

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