Mehr als 30 Talente sind weiter

150 "bisher Unentdeckte" beim Ufa-Casting

Lüdenscheid - Drei Buchstaben läuten den Erfolg ein: „Ran!“ Und so stürmten sie, die jungen Frauen und Männer, die Junggebliebenen, die Träumer und die Realisten, die Könner und die, die glauben, dass sie es können. Singen zum Beispiel. Oder schauspielern. „Und wir sind wirklich sprachlos über so viele Talente hier“, sagt Otto Nitschke.

Als Produktionsleiter des Ufa-Talentbase-Castings hat er ein Gespür dafür und erkennt sofort, wer den Sprung aus dem Sauerland Richtung Supertalent oder DSDS-Star, Richtung „Verbotene Liebe“ oder „Unter uns“ schaffen könnte.

„Aber wir sind auch vor Überraschungen nicht sicher“, schmunzelt er. Dass das Stern-Center nicht „abgerissen wurde“, dass das Casting nicht am Andrang scheiterte, lag natürlich daran, dass Dieter Bohlen nicht da war. Aber auch die Tatsache, dass das vierköpfige Ufa-Team sieben Stunden vor Ort war, entzerrte die Geschichte, die viele reizvoll, andere erstaunlich oder unfassbar fanden, die aber auf jeden Fall viele Neugierige und 150 „bisher Unentdeckte“ anzog.

Das Ergebnis: Mehr als 30 Talente werden weitergeschickt – darunter auch die 16-jährige Elisabeth, die das Zeppelin-Gymnasium in Lüdenscheid besucht und aus dem Stand Songs von Rihanna präsentierte. Während eisschleckende Stern-Center-Besucher vorbeihuschten, sich Familien mit Einkaufstüten einen Weg durch die Menge bahnten und Kameras auf die junge Frau gerichtet waren, „trällerte“ sie cool und gelassen im Scheinwerferlicht.

Elisabeth ist eine Runde weiter – im Recall sozusagen. Die Ufa-Talentbase ist das Flaggschiff der guten Unterhaltung – sagt zumindest Otto Nitschke. „Die Leute sollen uns zeigen, was sie gut können.“ Und weil Lampenfieber und Aufregung keine guten Begleiter sind, nimmt das Ufa-Team den Druck, lässt sich Zeit, motiviert und gibt jedem, der es möchte, eine Rampenlicht-Zeit.

Zudem wird eine Sedcard mit 25 Fotos erstellt. Ob Komparse oder Hauptrolle: „Möglich ist alles“, verspricht der Produktionsleiter – und gibt einer jungen Frau eine kleine Situation vor, die sie vor der Kamera spielen soll: Der Liebste kommt nicht zum Fest für den dreijährigen Kennlerntag.

Am Telefon eröffnet er der Wartenden, dass er seit einem halben Jahr ein Verhältnis mit der besten Freundin hat und die sogar schwanger ist. Großes Drama. Was tun?

Julia Marie und Andrea aus Neuenrade sind gar nicht scharf auf eine Hauptrolle. Aber das Komparsenleben bei „Unter uns“ würde sie reizen. „Das wäre doch mal etwas Anderes“, meinen die Schwestern.

Der kleine Breakdancer-Junge dagegen weiß noch nicht ganz genau, was er mit seinem Talent machen möchte – aber ein sehr gelungener Kopfstand ist schon mal drin. Übrigens: Die UFA Talentbase sucht auch mit und für Ralph Siegel den UFA-Star von Morgen.

Der Gewinner des Contests wird mit „Mister Eurovision“ eine eigene Single aufnehmen. Die „Stimme von morgen“ sollte neben dem Gesang auch noch das Tanzen und Schauspielen beherrschen, eben echte Entertainer-Qualitäten aufweisen – ganz in der Tradition alter UFA-Stars.

Seit dem 6. Januar sind die Caster der Ufa Talentbase unterwegs – jedes Wochenende in einer anderen Stadt. Am Samstag waren sie das erste Mal in Lüdenscheid. Und wer glaubt, dass der DSDS-Stern langsam vom Himmel fällt, scheint zu irren. „Wir denken, dass sich in diesem Jahr allein dafür 47000 Leute bewerben“, sagt Otto Nitschke, der nächstes Wochenende das erste Mal frei hat. „Aber was mache ich dann nur?“

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