Anwohner ärgern sich über zu viel Verkehr auf der Paracelsusstraße

Die Anwohner sind verärgert. Die Autos in der verkehrsberuhigten Zone sind zu schnell.

Lüdenscheid - Die Rechtslage ist eigentlich eindeutig: Die Paracelsusstraße ist verkehrsberuhigter Bereich, Sackgasse, hinter dem Haus Nummer 84 ist die Durchfahrt Richtung Kösliner Straße verboten für Fahrzeuge aller Art.

Nicht zuletzt gibt es noch eine Schranke, die verhindern soll, dass Durchgangsverkehr durch das Wohngebiet rollt, das bewusst ohne Gehwege angelegt wurde, um das Miteinander von spielenden Kindern und Anwohnerverkehr zu ermöglichen.

In der Praxis funktioniert das nicht. Es sind nicht nur die Ärzte aus dem Bereich Hellersen-Süd, die die Genehmigung zur Durchfahrt und einen Schlüssel für die Schranke haben – inzwischen ist sie fast nie mehr geschlossen. Ortskundige nutzen diese Tatsache gerne, um von Hellersen schneller zur Autobahn und umgekehrt zu kommen, ein Geheimtipp ist es auch für Lkw-Fahrer, die damit die Sperrung der Paulmannshöher Straße umfahren können.

Flucht in die Hauseinfahrt

Ist die Schranke wider Erwarten geschlossen, rütteln verärgerte Pkw-Fahrer daran, um dann mit Vollgas im Rückwärtsgang zurückzusetzen, hat Melanie Sander, besorgte Anwohnerin, dort beobachtet. Eine Nachbarin beschreibt ihren Weg zum Kindergarten : „Wenn ein Auto kommt, gehe ich lieber in eine Hauseinfahrt.“

Dass überhaupt ortsfremde Autos unterwegs und dann auch noch zu schnell sind, wundert keine der betroffenen jungen Familien und Alteingesessenen. Das Zonenschild, das bereits an der Ausfahrt des Kreisverkehrs am Haus Hollweg auf den verkehrsberuhigten Bereich verweist, ist halb verdeckt durch ein Sackgassenschild. Und wer es als Ortsunkundiger entdeckt, interpretiert es nicht als Zonengebot, das sich anschließend auf die scharf abknickende Paracelsusstraße erstreckt. Sander: „Die kommen um die Ecke, haben freie Sicht und geben Gas.“

Kompromiss seit 1996

Gleichzeitig ist das Problem nicht neu. Bekannt ist es der Stadt wie den betroffenen Anliegern seit der Herstellung der Straße im Jahr 1996, als man zu dem Schranken-Kompromiss fand: Damit sollte es den Ärzten aus dem Bereich Hellersen-Süd möglich sein, im Falle des Notdienstes schnell zur Stelle zu sein, wie Verkehrsplaner Christian Hayer aus der Aktenlage weiß. Und die Auswertung von Verkehrzählungen in der Vergangenheit habe keine Hinweise auf eine übermäßige Belastung der Straße ergeben. Die Frequenz habe bei den letzten Messungen bei unter 20 Bewegungen pro Stunde gelegen. Die Tatsache, dass die Schranke eben doch nicht immer geöffnet sei, halte die Mehrzahl der befürchteten Pendler offenbar doch ab. Genau diesem Bypass der Paulmannshöher Straße zum Krankenhaus hatte man unterbinden wollen. Ein weiteres Schild soll die Zone deutliche erkennbar machen.

Immerhin steht das Thema im Rathaus wieder neu auf der Tagesordnung. Sollten sich Lösungsmöglichkeiten abzeichnen, dürfte die Paracelsusstraße wieder Gegenstand der Dienstbesprechung mit der Kreispolizeibehörde werden, vermutet Petra Noack, Leiterin des Fachdienstes Rat und Bürgermeister.

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