So viel kostet das neue Azubi-Ticket, wenn sich Dein Arbeitgeber beteiligt

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Ralf Schwarzkopf, Unternehmer und Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes, appelliert an die Arbeitgeber, sich am Azubi-Ticket zu beteiligen.

Lüdenscheid - Ralf Schwarzkopf, Unternehmer und Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes, ist über die Förderung des Azubi-Tickets zum neuen Ausbildungsjahr erfreut. „Jetzt sind die Arbeitgeber gefordert, sich an dem Fahrpreis zu beteiligen.“  

 Pünktlich zum 1. August werde ein solches Angebot für rund 60 Euro im Monat verfügbar sein, hatte NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst mitgeteilt. Damit hätten Azubis in ganz Westfalen-Lippe die Möglichkeit, Bus und Bahn im einheitlichen Westfalentarif zu nutzen. Zusätzlich bestehe die Option, für einen Aufpreis von 20 Euro, das Ticket auch landesweit zu nutzen. Eine entsprechende Vereinbarung habe das Land mit der Geschäftsführung des Nahverkehrsverbandes Westfalen-Lippe (NWL) getroffen. 

Zu diesem großräumigen Verband vom Kreis Siegen-Wittgenstein im Süden bis Minden-Lübbecke im Norden gehört unter anderem die MVG. Der allerdings fehlt noch die Basis. „Die Willensbekundung für ein Azubi-Ticket ist zwar überwiegend vorhanden, aber es fehlt noch der politische Beschluss“, sagte MVG-Sprecher Jochen Sulies. Im April tagt die zuständige Verbandsversammlung.

 „Im Gegensatz zum Verkehrsverbund Rhein-Ruhr, der mit dem Young-Ticket+ bereits ein Angebot für die Auszubildenden vorhält, fehlt bei uns noch das Grundmodell.“ Erst damit könne mit einem landesweit gültigen Produkt draufgesattelt werden. „Ich bin schon überrascht, wie kompliziert das alles ist“, sagte Schwarzkopf. Angesichts der Ausbildungssituation spiele das Ticket den jungen Menschen in die Hände, und die Arbeitgeber sollten die Chance nutzen, und sich beteiligen.“ Mit 30 bis 40 Euro sei der Preis dann mit dem eines Semestertickets vergleichbar. Bislang sind für einen MK-weiten Fahrschein noch rund 100 Euro fällig.

 Für den SPD-Landtagsabgeordneten Gordan Dudas ist es erfreulich, „dass nach zwei Jahren der Blockade durch die Landesregierung endlich etwas da ist.“ Allerdings handele es sich um eine Mogelpackung. „Wir haben mit bis zu 80 Euro keinen attraktiven Preis. Ich kann nur hoffen, dass die Unternehmer ihre Möglichkeiten sehen und die Hälfte der Kosten übernehmen, um Azubis zu gewinnen. Wenn die berufliche Ausbildung gegenüber dem Studium eine höhere Wertschätzung verdient hat, dann müssen die Betriebe das auch zeigen.“

 Für Elke Olbrich-Tripp, Kreistagsabgeordnete der Grünen, harmonieren die Fahrpläne aber nicht mit den Bedarfen. „Wenn die Azubis im Handel erst nach 20 Uhr Feierabend haben, ist der letzte Bus häufig weg.“

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