Viel an der frischen Luft: Felix Karich macht Ausbildung zum Straßenwärter

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Vorsicht Baustelle! Im Aus- und Weiterbildungszentrum Bau in Kreuztal lernt Straßenwärter-Azubi Felix Karich unter anderem das Pflastern.

LÜDENSCHEID - Wer wünscht sich das nicht: Den Job ausüben, der einem so richtig Freude bereitet. Felix Karich hat das Glück. Seit August 2011 macht der Lüdenscheider eine Ausbildung zum Straßenwärter bei „Straßen.NRW“. Einen besseren Beruf kann sich der 18-Jährige nicht vorstellen.

Von Alisa Kannapin

Was des einen Leid ist, ist des anderen Freud‘ – während der Großteil der Bevölkerung unter den Schneemassen der vergangenen Monate leiden musste, freute sich der 18-jährige Karich über jeden Schneefall. Denn der bedeutet: Ausrücken. Karichs Ausbildungsbetrieb ist die Autobahnmeisterei Lüdenscheid und die ist unter anderem dafür zuständig, dass die Fahrbahnen der Autobahnen und Bundesstraßen freigeräumt sind.

Auch wenn der Azubi selbst noch nicht den großen Schneepflug fahren darf. Spaß hat er trotzdem jede Menge: „Das ist Action pur“, sagt Karich und kann seine Begeisterung kaum verstecken. „An meinem Job finde ich alles gut.“

Einen ersten Vorgeschmack auf seinen späteren Ausbildungsberuf erhielt er bereits während eines Schülerpraktikums in der neunten Klasse, das er bei der Autobahnmeisterei machte. Dort gefiel es ihm auf Anhieb so gut, dass er sich nach seinem Realschulabschluss in den Sommerferien wieder für ein Praktikum meldete. Schnellstmöglich bewarb er sich auch für einen Ausbildungsplatz bei „Straßen.NRW“. „Ich hatte schon gehört, dass es schwierig wer-den könnte, dort eine Lehrstelle zu bekommen, weil sich viele bewerben“, erklärt Karich.

Doch seine Bewerbung überzeugte und er wurde zum Einstellungstest eingeladen, den er bestand. Danach stand dem Ausbildungsstart nichts mehr im Wege.

Heute ist Karich im zweiten Lehrjahr und legt im April seine praktische Zwischenprüfung ab. Zu seinen Aufgaben als Straßenwärter gehören neben dem Winterdienst zum Beispiel die Instandhaltung von Autobahnen und Landesstraßen und die Wartung der Verkehrszeichen, das Anlegen von Böschungen und die Pflege von Grünflächen, die Beaufsichtigung von Baustellen sowie die Unfallsicherung. „Wir fahren mit dem Streckenwagen die Fahrbahnen ab und kontrollieren, ob alles in Ordnung ist. Außerdem warten wir die Baumaschinen und Fahrzeuge“, sagt Karich.

Während ihrer Lehre machen die Azubis den Führerschein für Lastwagen und Bagger und legen Prüfungen für das Führen einer Kettensäge oder eines Freischneiders ab. „Als Straßenwärter arbeitet man viel draußen, das finde ich cool. Ein reiner Bürojob wäre gar nichts für mich gewesen“, sagt Karich. In seiner Familie wurden handwerkliche Tätigkeiten schon immer gern selbst gemacht und der 18-Jährige mag körperliche Arbeit.

Neben seinen Aufgaben in der Autobahnmeisterei hat Karich Blockunterricht im Aus- und Weiterbildungszentrum Bau (AWZ) in Kreuztal und besucht das Berufskolleg für Technik in Siegen. Außerdem absolviert er überbetriebliche Lehrgänge im agrartechnischen Bereich. Im AWZ wird den Azubis Grundwissen in elf Lehreinheiten vermittelt, beispielsweise das Pflastern, Mauern oder der Beton-, Tief- und Rohrleitungsbau. Nach der Ausbildung hat Karich die Möglichkeit, seinen Meister zu machen. „Das kommt aber für mich nicht in Frage. Zuviel Stress und außerdem sitzt man als Meister viel mehr im Büro.“ Und das wiederum verträgt sich nicht mit Karichs Vorliebe für die Arbeit unter freiem Himmel.

Wenn er nach seiner Gesellenprüfung nicht von „Straßen.NRW“ übernommen wird, hat er verschiedene Beschäftigungsmöglichkeiten, zum Beispiel im kommunalen Straßenbau, als Berufskraftfahrer oder im Garten-und Landschaftsbau.

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