Non-Stop-Programm an zwei Tagen

VeWiTa – Vegane Winter Tage in Alter Schule

Simone Sombecki (Mitte im rot-weißen Shirt), Moderatorin von „Tiere suchen ein Zuhause“, freute sich, dass sie ohne Reue zugreifen konnte. Ansonsten ist sie bei Auswärtsterminen meist mit ihrem eigenen Essen auf Tour.

Lüdenscheid - Mit einem Riesenprogramm machte die Gruppe „Lüdenscheid Vegan“ (ehemals Veganer Stammtisch Lüdenscheid) am Wochenende in der Integrativen Kulturwerkstatt Alte Schule farbenfroh Werbung für die vegane Lebensweise. An zwei Tagen standen bei den „VeWiTa – Veganen Winter Tagen“ Themen wie Gesundheit, Tier-, Klima- und Menschenschutz im Mittelpunkt des Interesses.

Informativ, unterhaltsam, kurzweilig und genussvoll näherten sich Veranstalter und Gäste dem Veganismus, der als Gesprächsthema mittlerweile mitten in der Gesellschaft angekommen ist, an. Sehr zur Freude von Einrichtungsleiter Thomas Wewers und seiner Mitstreiter waren beide Veranstaltungstage sehr gut besucht.

Der vegane Kabarettabend mit Gabriele Busse, die am Samstag mit Fleischessen bissig-humorvoll ins Gericht ging, war ausverkauft. Am Sonntag beim ganztägigen Veranstaltungsmarathon begrüßte Wewers, selbst Veganer und Mitglied der Gruppe „Lüdenscheid Vegan“, über den Tag verteilt rund 200 Besucher im Haus.

Brokkoli-Strunk statt Blumen

Statt Blumen gab’s für Gabriele Busse, die ihre Stippvisite in Lüdenscheid um einen Tag verlängerte, einen knatschgrünen Brokkoli-Strunk als Dankeschön für einen humorvollen Angriff auf die Lachmuskulatur. Unter Fleischessern im tiefsten Bayern groß geworden, wusste die Kabarettistin von den Konflikten zwischen Veganern und dem Rest der Welt herrlich selbstironisch ein Liedchen zu singen. „Auch der Broccoli hat Gefühle“ lautete ihre lustige Botschaft.

Mit einem Verkaufsstand und reichlich Information rund um gesunde Ernärung brachte sich der Bioladen Heesfelder Mühle - vertreten durch Petra Weihrauch (links) und Gabi Zurru - in die „VeWiTa Veganen Winter Tage“ ein. Zum Kosten gab’s die ayurvedische Golden Milk mit Kurkuma.

Im ganzen Haus herrschte am Sonntag buntes, reges Treiben. Wer genießen und die vegetarische Küche kosten wollte, kam beim großen veganen Büfett, veganen Waffeln und veganen Burgern auf seine Kosten. Zum Nachkochen lag manches Rezept aus – wie das für veganes Gulasch mit Sojawürfeln statt Fleisch. Nähere Infos und Kostproben der ayurvedischen „Golden Milk“ hielt der Bioladen Heesfelder Mühle, der mit einem Verkaufsstand bei den „Veganen Winter Tagen“ vertreten war, für Interessierte bereit. Reichlich Infos gab’s darüber hinaus am Stand des Vereins „Laufen gegen Leiden“, der regelmäßig Laufveranstaltungen organisiert und sich zum Ziel gesetzt hat, sich für Tierrechte, Gesundheit, Ethik und Umwelt einzusetzen.

Credo der Vereinsmitglieder: Sport und Veganismus lassen sich vereinbaren

Auch Animal Right Watch war vor Ort. Mit Tipps zur gesunden Ernährung wartete Gesundheitsberaterin Petra Bernhard bei ihrem Vortrag „Vegan, vollwertig, vegetarisch“ auf. Um Lebensmittel und Nahrungsmittel, ernährungsbedingte Krankheitsursachen und vieles mehr ging es in ihren Ausführungen, die sich auf den Ernährungspionier Dr. M. O. Bruker stützten. „Obwohl wir alles haben, sind wir Vitalstoff-mangelernährt“, erklärte sie. Manche Zahlen („Beim Oktoberfest werden 500 000 halbe Hähnchen verspeist“) erschreckten.

Tolle Gäste sorgten für Kurzweil und Unterhaltung beim veganen Non-Stop-Programm. Ob Interview mit Simone Sombecki, bekannt als Moderatorin von „Tiere suchen ein Zuhause“, Goethes Zauberlehrling in der Version des Marionettentheaters Mummenschanz oder Auftritt von Singer-Songwriter Binyo alias Robin Brunsmeier, der sich mit Christian Lauermann (Perkussion) und Rudolf F. Nauhauser (Saxophon) die Ehre gab: Jeder kam auf seine Kosten.

Als Interviewpartnerinnen hatten sich Kabarettistin Gabriele Busse und Tierfreundin Simone Sombecki, die sich seit kurzem vegan ernährt, förmlich gesucht und gefunden. Sie sei aus ethisch-moralischen Gründen vegan geworden, erklärte die sympathische Fernsehfrau. Über die Sendung, Tierschicksale und Vermittlungsquoten kamen die beiden auf kurzweilige Weise miteinander ins Gespräch. Auf Nachfrage aus Publikumsreihen erklärte Sombecki, dass die Vermittlungsquote von Tieren, die ein Zuhause suchen, zwischen 70 und 90 Prozent liegt.

„Es wird gleich ziemlich nass“

Für Kinder und Erwachsene entwickelte sich „Der Zauberlehrling Leopold“ des Marionettentheaters Mummenschanz zum Riesenspaß. Wie Goethes Zauberlehrling konnte auch der vorwitzige Leopold die Geister, die er rief, bald schon nicht mehr bändigen. „Es wird gleich ziemlich nass“, stellte Andreas Ermster, Kopf des Marionettentheaters, vieldeutig in Aussicht. Flotte Songs begleiteten Leopold bei seinem Schelmenstück.

Mit musikalischer Leichtigkeit wickelte Binyo seine Zuhörer um den kleinen Finger. Unplugged spielte der Halveraner mit seinen beiden kongenialen Mitstreitern in der Kulturwerkstatt auf. Ohrwürmer wie „Tarzan und Jane“, „Der Baum“ oder „Wohlstand“, wortgewandte Stichelei gegen die Konsumgesellschaft, sorgten für gute Laune.

Mit „Live-cooking!“ endeten am Sonntagabend zwei ebenso lehrreiche wie abwechslungsreiche und genussvolle Tage. Pasta, Crepes, Sushi und zwei Sorten veganes Eis brachten Tanja Janjic und Marcus Hoffmann aus Malas und Mathilda’s Genusswerkstatt dabei für Gourmets frisch auf den Tisch. Der nächste vegane Brunch läuft übrigens am 6. März (11 bis 14 Uhr) im „Kleinen Prinz“ in der Altstadt.

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